UMTS-Lizenzen "Geld verbrannt"

Nach dem Ende der UMTS-Auktion ist ein Streit zwischen den Gewinnern entbrannt. MobilCom und VIAG Interkom warfen der Deutschen Telekom und Mannesmann vor, die Gebote sinnlos in die Höhe getrieben zu haben.


Mainz - "Da ist viel Geld verbrannt worden", sagte VIAG Interkom-Chef Maximilian Ardelt am Freitag in München. Er sei verärgert, dass die Telekom die Gebote in den letzten Tagen weiter verteuert habe, obwohl letztendlich doch alle sechs Bieter eine Lizenz ersteigerten, sagte Ardelt. Das Drängen der Telekom auf eine "Große Lizenz" habe die beteiligten Konzerne zusätzlich 30 Milliarden Mark gekostet. Dennoch gab sich Ardelt optimistisch: "Diese Lizenz wird uns eine goldene und langfristig erfolgreiche Zukunft bescheren", sagte Ardelt.

"D1 und D2 haben durch ihr Bieterverhalten nicht nur 20 Milliarden Mark versenkt, sondern auch ihre Ziele nicht erreicht", sagte MobilCom-Chef Gerhard Schmid. Das Endergebnis der Auktion hätte bereits eine Woche früher und wesentlich günstiger erreicht werden können, wenn nicht T-Mobil und Mannesmann versucht hätten, eines der kleineren Unternehmen zu überbieten. "Erst nach den Signalen der Börse haben sich beide besonnen", sagte Schmid.

Nun hätten die beiden deutschen Marktführer nur kleine Lizenzen bekommen und damit ihre Reichweite eingeschränkt. Beide Konzerne hielten zur Zeit noch einen Anteil am Mobilfunk von zusammen 90 Prozent. Rein technisch könnten sie mit zwei Frequenzblöcken aber nur noch jeweils 25 Prozent Marktanteil erreichen, so dass 40 Prozent frei würden. "Das ist eine sehr gute Nachricht für uns", sagte Schmid. Alle Unternehmen mit Lizenz würden nun versuchen, schnellsten einen Massenmarkt zu entwickeln und möglichst viele Kunden zu gewinnen. Das garantiere intensiven Wettbewerb. "Dass der Verbraucher die Zeche für die Lizenzkosten bezahlt, ist Quatsch", sagte der MobilCom-Chef. "Für den Verbraucher kommt das Schlaraffenland."



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