Gang vor Gericht Umwelthilfe will Baustopp für Nord Stream 2 durchsetzen

Mit ihrem Einspruch gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 ist die deutsche Umwelthilfe gescheitert. Jetzt wollen die Aktivisten vor Gericht ziehen.
Röhrenlager für Nord Stream 2: Verlauf durch Gebiet mit intensivem Schiffsverkehr

Röhrenlager für Nord Stream 2: Verlauf durch Gebiet mit intensivem Schiffsverkehr

Foto: Stefan Sauer / dpa

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will nach Ablehnung ihres Widerspruchs gegen eine Baugenehmigung für die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 Klage einreichen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) habe Naturschutz- und Klimaaspekte nicht ausreichend geprüft beziehungsweise ignoriert, kritisierte die DUH in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Das BSH hatte zuvor Widersprüche der DUH und des Naturschutzbundes Deutschland gegen eine Baugenehmigung von Mitte Januar zurückgewiesen. Die Behörde hatte Nord Stream 2 damals den sofortigen Weiterbau in deutschen Gewässern erlaubt. Durch die Widersprüche war die Genehmigung allerdings außer Kraft getreten. Eine Klage vor Gericht würde die Genehmigung nun erneut außer Kraft setzen. Ohne die Genehmigung könnte Nord Stream 2 erst ab Ende Mai in deutschen Gewässern verlegen. Derzeit wird in dänischen Gewässern verlegt.

Die DUH verwies unter anderem auf klimaschädliche Methanemissionen aus Förderung, Verarbeitung und Transport des Erdgases. Das BSH ist nach eigenen Angaben allerdings in erster Linie dafür zuständig, konkrete ökologische Beeinträchtigungen auf See und Auswirkungen auf den Schiffsverkehr zu bewerten. Es hatte die Ablehnung der Widersprüche unter anderem damit begründet, dass der verbleibende Bauabschnitt nur am Randbereich eines Vogelschutzgebiets verlaufe, mit geringer Bedeutung für bestimmte Rastvogelarten. Zudem verlaufe die Pipeline teilweise durch ein Gebiet, in dem es ohnehin intensiven Schiffsverkehr gebe.

mik/dpa
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