Stromproduktion Niedrigwasser bedroht Kohlenachschub für Uniper-Kraftwerk

Wegen niedriger Pegel können Schiffe weniger Ladung mitnehmen. Bei einem Uniper-Kraftwerk in Hessen könnte deshalb der Kohlenachschub stocken. Der Konzern muss womöglich die Stromproduktion drosseln.
Kraftwerk Staudinger bei Großkrotzenburg: Kohlenachschub gefärdet

Kraftwerk Staudinger bei Großkrotzenburg: Kohlenachschub gefärdet

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Der niedrige Wasserstand im Rhein gefährdet den Kohlenachschub für das Kraftwerk Staudinger 5 im hessischen Großkrotzenburg. Möglicherweise muss der Energiekonzern Uniper in den nächsten Wochen deshalb dort die Stromproduktion drosseln, sagte ein Unternehmenssprecher. Auf dem sogenannten Ad-hoc-Ticker der Energiebörse EEX berichtete das Unternehmen, aufgrund begrenzter Kohlevorräte könne es bis zum 7. September zu Unregelmäßigkeiten im Betrieb des Kraftwerks kommen.

Das Kraftwerk Staudinger ist nach Unternehmensangaben das größte konventionelle Kraftwerk in Hessen. Aktuell wird allein der mit Steinkohle befeuerte Block 5 von Uniper am Strommarkt eingesetzt. Der mit Erdgas befeuerte Block 4 werde durch den Netzbetreiber Tennet zur Netzstabilisierung und als Reservekapazität vorgehalten. Zusätzlich würden die Stadt Hanau und die Standortgemeinde vom Kraftwerk mit Fernwärme beliefert.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) hatte erst am Mittwoch in Duisburg gewarnt: »Das aktuelle Niedrigwasser behindert in zunehmendem Maße die Güterschifffahrt in Deutschland. Die Schifffahrt zähle beim Transport von Kohle, Getreide, Futtermitteln, Baustoffen, Mineralöl, Containern und Industrierohstoffen zu den »systemrelevanten Größen«, teilte der BDB mit. Die seit Wochen sinkenden Wasserstände, insbesondere an Rhein, Elbe und Donau, führen dazu, dass Schiffe nur noch einen Teil der sonst üblichen Ladung mitnehmen können, um nicht auf Grund zu laufen.

Jüngst hatte die Bundesregierung den Energiekonzern Uniper vor der Pleite gerettet. Ab Herbst kommen deshalb auf Millionen von Gaskunden zusätzliche Preiserhöhungen zu, die Bundesregierung plant eine staatliche Umlage. Ab Oktober werden Firmen und Privathaushalte um voraussichtlich mehrere hundert Euro pro Jahr zusätzlich belastet. Die Umlage soll Gasversorgern wie Uniper zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende Gasmengen aus Russland kaufen müssen.

hej/dpa
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