Tod von Thomas Wagner Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall Unister wegen Betrugs

Der Tod des Internetmillionärs Thomas Wagner hat rechtliche Folgen: Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Der Verdacht: Betrug und Untreue.

Absturzstelle in Slowenien
DPA

Absturzstelle in Slowenien


Im Zusammenhang mit dem Tod des Unister-Chefs Thomas Wagner ermittelt die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wegen Betrug- und Untreueverdachts. Grundlage der Betrugsermittlungen sei eine Strafanzeige, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein in Dresden. Dabei gehe es um einen "hohen Geldbetrag", um den Wagner kurz vor dem Flugzeugabsturz in Italien betrogen worden sein soll.

Wer die Anzeige erstattete, sagte der Oberstaatsanwalt nicht. Nach einer weiteren Anzeige des Mitgründers und Gesellschafters von Unister, Daniel Kirchhof, seien die Ermittlungen um den Verdacht der Untreue erweitert worden.

"Wir hätten aber auch von Amts wegen Ermittlungen eingeleitet", sagte Klein. Schon die Hinweise auf Straftaten in der umfangreichen Medienberichterstattung rund um den Tod Wagners und die Insolvenz der Unister Holding hätten dies nötig gemacht.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden führt die Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig sei nur noch mit der Klärung der Identität der nach dem Absturz in Slowenien gefundenen Leichen befasst, sagte Klein. Der endgültige DNA-Nachweis, dass es sich bei den Toten um Wagner und um den Unister-Mitgesellschafter Oliver Schilling handelt, stehe noch aus.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig prüft laut dem für Wirtschaftsstrafsachen zuständigen Oberstaatsanwalt Lutz Lehmann ferner einen Anfangsverdacht auf Insolvenzverschleppung. Eine solche Prüfung sei nach jedem Insolvenzantrag üblich. Die Frage sei aber, ob es überhaupt einen Beschuldigten gebe, gegen den sich die Ermittlungen richten könnten. Infrage komme nur der Geschäftsführer des Unternehmens. "Und ermitteln können wir nur gegen Lebende", sagte Lehmann.

asa/dpa/AFP



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Claus_Hangzhou 22.07.2016
1. Verantwortlichkeiten
Es stellt sich bei all diesen Vorgängen die Frage, gibt es keine Wirtschaftsprüfer, die pflichtmässig die Abschlüsse der Unternehmen prüfen? Sind diese in der Zwischenzeit so korrupt oder so unfähig, dass man nicht mehr die Signale hört und die Zahlen wirklich prüfen kann. Der größte Geck ist jedoch der Rechtsanwalt, der mit der Firma geschäftlich in Beziehungen steht, der an sich Einblick hatte nun zum Insolvenzverwalter ernannt wird und dann ach welch Graus die Frage stellt, wie innerhalb von 3 Monaten der Finanzstatus der Firma so schlecht werden konnte. Er hat sich nun eine gutes Geschäft an Land gezogen und dies trotz der völligen Dummheit seiner Aussagen. Er hätte die Insolvenzhinweise aufklären sollen und nicht vertuschen. Aber diesmal trifft es wenigstens keine Kleinanleger.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.