Unternehmen PPR greift nach Puma

Einem Zeitungsbericht zufolge will der französische Luxusgüter-Konzern Großaktionär bei dem Umworbenen deutschen Sportartikelhersteller werden. Offenbar laufen bereits Gespräche mit der Familie Herz über einen Kauf von knapp 30 Prozent des Unternehmens.


New York - Der französische Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) steht einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge vor dem Einstieg bei dem Sportartikelhersteller Puma. PPR führe mit zwei Mitgliedern der Herz-Familie Gespräche über einen Erwerb von knapp 30 Prozent des Unternehmens, berichtete das Blatt am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe. Die Verhandlungen befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Größter Einzelaktionär an Puma ist derzeit die Mayfair GmbH, in der die Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz ihr Vermögen verwalten. Sie halten aktuell 25,1% an dem Sportartikelhersteller. Zu PPR gehören Luxusmarken wie Yves Saint Laurent oder Gucci. Zu Gucci wiederum gehören Designer wie Alexander McQueen, der bereits Schuhe für Puma kreierte, oder Stella McCartney, die unter anderem Sportmode für den Herzogenauracher Konkurrenten Adidas entwirft. PPR hatte erst Anfang des Jahres bekräftigt, mit 1,5 Milliarden Euro flüssigen Mitteln genug Geld für eine mittelgroße bis große Übernahme zu haben. Zudem hat der Konzern ungenutzte Kreditlinien von fast fünf Milliarden Euro.

Ein Abschluss der Transaktion sei bereits vor der am kommenden Mittwoch stattfindenden Hauptversammlung möglich, schreibt die Zeitung. Nach dem Erwerb des Aktienpakets wolle PPR das deutsche Unternehmen vollständig übernehmen. Bereits seit einigen Tagen kursieren Gerüchte über eine bevorstehende Übernahme der Puma AG. Das Unternehmen und auch PPR lehnten einen Kommentar dazu ab.

"Es ist über den Tag zu systematischen Aufkäufen in Puma-Aktien gekommen", sagten Händler zu Dow Jones Newswires. Die Umsätze hätten ein Sechszehntel der Marktkapitalisierung erreicht. Mit Charttechnik wäre der Kursanstieg nicht zu erklären. Der Widerstand bei 312 Euro wurde durchbrochen. Das Papier schloss vor den Osterfeiertagen bei 314,25 Euro 10,3% höher als am Mittwoch.

Puma kündigte derweil am Donnerstag an 1,27 Millionen eigener Anteilsscheine einzuziehen. Das Grundkapital werde dadurch um 7,4 Prozent verringert, teilte die Gesellschaft in Herzogenaurach mit. Die Maßnahme sei mit Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossen worden.

Die Aktien hatte Puma in den vergangenen Monaten aufgekauft. Auf der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch sollen die Anteilseigner einem neuen Aktienrückkauf-Programm zustimmen, sagte ein Sprecher von Puma.

An der Börse wird PUMA derzeit mit 5,06 Milliarden Euro bewertet.

van/dpa/reuters/vwd



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