Geschäftsjahr 2021 Unternehmen schütten Rekorddividenden aus

Corona, Kurzarbeit, Inflation: Die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahres war turbulent. Doch die meisten Konzerne haben genug eingenommen, um ihren Aktionären satte Dividenden zu zahlen.
Demonstration der Bürgerbewegung Finanzwende vor gut einem Jahr: Kritik an Dividendenzahlungen nach staatlichen Hilfsprogrammen für die Konzerne

Demonstration der Bürgerbewegung Finanzwende vor gut einem Jahr: Kritik an Dividendenzahlungen nach staatlichen Hilfsprogrammen für die Konzerne

Foto: Jens Schicke / imago images/Jens Schicke

Börsenunternehmen in Deutschland wollen laut einer Studie Rekorddividenden an ihre Aktionäre zahlen. Die Firmen aus dem HDax dürften für das Geschäftsjahr 2021 den Höchstwert von gut 57 Milliarden Euro ausschütten. Das zeigt eine Auswertung der DZ Bank.

Das sei rund ein Drittel mehr als für das Krisenjahr 2020, wo sich die Summe auf 42,5 Milliarden Euro belief. Der HDax umfasst die Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax.

Der deutsche Aktienmarkt habe das Coronatief endgültig hinter sich gelassen, schreiben die Autoren. Nachdem viele Unternehmen in der Pandemie die Dividenden gekürzt hatten, würden nun mehr als 60 Prozent der beobachteten Firmen die Gewinnausschüttungen für 2021 anheben, – trotz vieler neuer Risiken, etwa die hohe Inflation, Lieferengpässe und der Ukrainekrieg. Über die Dividende entscheiden bei Börsenunternehmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung – das ist aber Formsache.

Dividendenkönige bauen Autos

Der Löwenanteil der Dividenden kommt laut der Studie aus den Branchen Auto, Industrie und Versicherungen, die allein über die Hälfte der Gewinnausschüttungen stellten. Nur vier Prozent der Mitglieder im HDax wollten ihre Dividende kürzen.

Dividenden zeugten von nachhaltig erfolgreichen Geschäftsmodellen, schreiben die Autoren der DZ Bank. Sie blieben damit für Anleger ein wesentlicher Teil des langfristigen Vermögensaufbaus.

Bei den größten Dividendenzahlern für 2021 dominieren gemäß der Analyse die Autokonzerne: Spitzenreiter ist die Mercedes-Benz Group mit 5,3 Milliarden Euro, gefolgt vom Versicherer Allianz (4,4 Milliarden Euro), BMW und Volkswagen (je 3,8 4,4 Milliarden Euro) sowie Siemens (3,2 4,4 Milliarden Euro).

Die Dividendenstudie der Anlegerschutzvereinigung DSW und des Institute for Strategic Finance an der FOM Hochschule, die vor rund einem Monat vorgelegt wurde, kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass allein die Dax-40-Konzerne mehr als 50 Milliarden Euro Dividende zahlen. Das sind 47 Prozent mehr als 2021. Auch nach dieser Auswertung entfällt der Großteil der Ausschüttungen, die Dax-Konzerne zahlen, auf die Autobranche.

Derart hohe Dividendenzahlungen stoßen immer wieder auf Kritik, insbesondere in Jahren, in denen viele Unternehmen durch staatliche Maßnahmen gestützt wurden. Auch im zweiten Coronajahr 2021 meldeten viele Unternehmen Kurzarbeit an, bekamen Überbrückungshilfen oder andere staatliche Hilfen, die aus Steuern finanziert wurden.

mamk/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren