Lebensmittelskandal Tausend Tonnen falsch deklariertes Fleisch nach NRW geliefert

Der Pferdefleischskandal ist größer als bislang angenommen. Rund tausend Tonnen falsch deklarierte Waren sollen nach Nordrhein-Westfalen geliefert worden sein. Die Behörden überprüfen nun erneut Proben auf mögliche Gesundheitsgefahren.
Fleischprobe in einem Labor (Archivbild): Prüfung auf Gesundheitsgefahren

Fleischprobe in einem Labor (Archivbild): Prüfung auf Gesundheitsgefahren

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Hamburg/Düsseldorf - Von den verdächtigen Fleischlieferungen aus den Niederlanden ist viel mehr nach Nordrhein-Westfalen gegangen als bislang angenommen. Demnach sind rund 1030 von den 28.000 Tonnen, die ein Schlachthof seit 2012 als Rindfleisch etikettiert und mit Pferdefleisch vermengt geliefert haben soll, nach NRW gelangt. Das teilte das NRW-Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf mit.

Zunächst war lediglich von 19 Tonnen falsch deklariertem Fleisch die Rede, später von 28 Tonnen. Betroffen sind nun 34 Betriebe in 19 Kreisen. Hinweise auf Gesundheitsgefahren gebe es derzeit nicht, sagte ein Sprecher. Dies müsse aber weiter geprüft werden.

Im Verdacht steht in dem Skandal eine Großschlachterei in der niederländischen Provinz Gelderland. Das Unternehmen soll zwei Jahre lang minderwertige Ware vertrieben haben. Vor einem Jahr hatte nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertigprodukten in mehreren europäischen Ländern einen Skandal ausgelöst: Von den vorgesehenen Gegenmaßnahmen der EU sind seither nur wenige umgesetzt worden.

bos/dpa
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