20-Prozent-Plus Brotpreis in Russland steigt kräftig an

Die monatelange Dürre und die Ernteausfälle sorgen für eine Preisexplosion bei russischen Getreideprodukten: Binnen weniger Tage verteuerte sich ein Laib Brot um 20 Prozent. Aus Angst vor Inflation und Unruhen will die Regierung nun die Preise für Grundnahrungsmittel einfrieren.
Russische Dorfbewohner versuchen, ein brennendes Feld mit eigener Kraft zu löschen

Russische Dorfbewohner versuchen, ein brennendes Feld mit eigener Kraft zu löschen

Foto: Maxim Shipenkov/ dpa

Moskau - Die schwerste Naturkatastrophe seit Jahren führt in Russland zu extremen Preissteigerungen: Die Ernteausfälle bei Getreide lassen etwa den Brotpreis kräftig steigen. In der Hauptstadt Moskau verteuerte sich ein Laib Brot von 380 Gramm binnen weniger Tage von 15 auf 18 Rubel (45 Cent) - ein Anstieg von 20 Prozent.

Inflation

Viele Supermärkte und Verkaufsstände kündigten zudem Preiserhöhungen für Getreideprodukte an, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Die russische Regierung hat bereits vor einer steigenden gewarnt. Aus Angst vor Unruhen sollen die Preise wichtiger Grundnahrungsmittel eingefroren werden.

Waldbrände

Russland leidet seit Monaten unter Trockenheit, seit Anfang Juli verschärft sich das Problem. Verheerende breiten sich immer mehr aus. Mehr als 20 Prozent der Anbaufläche sind betroffen. In 27 Regionen vor allem im europäischen Teil Russlands wurde der Notstand ausgerufen. Hier befinden sich die Gebiete mit der sehr fruchtbaren Schwarzerde.

Experten zufolge dürfte die Weizenernte in Russland um ein Drittel geringer ausfallen als 2009. Auch bei Zuckerrüben wird mit geringeren Erträgen gerechnet. Vergangene Woche hatte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin ein Exportverbot für Getreide verhängt. Russland ist der drittgrößte Weizenexporteur der Welt, die sinkende Ernte lässt daher die Preise weltweit steigen. In der vergangenen Woche erreichte der Weizenpreis in Europa den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

Weltbank

Russlands Ankündigung, sein Verbot von Getreideexporten vielleicht bis ins kommende Jahr auszuweiten, löste bei der in Washington Sorge aus. Staaten sollten auf Exportverbote für Nahrungsmittel verzichten, teilte die Weltbank mit. Ansonsten könne es zu einer neuen Welternährungskrise kommen.

lgr/AFP/Reuters
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