250-Millionen-Euro-Hilfe Autozulieferer ZF erhält Staatskredit

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen bekommt eine Geldspritze vom Staat: Das angeschlagene Unternehmen erhält einen Kredit in Höhe von 250 Millionen Euro - zuvor hatte es auf der Internationalen Automobil-Ausstellung den Abbau Tausender Jobs angekündigt.


Berlin - Das Unternehmen ZF Friedrichshafen leidet stark unter der Krise im Automobilsektor. Für das Gesamtjahr rechnet Deutschlands drittgrößter Autozulieferer mit einem Umsatzeinbruch auf rund 9,2 Milliarden Euro nach zuvor 12,5 Milliarden Euro.

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) gab das Unternehmen zudem bekannt, die Zahl der Mitarbeiter bis zum Jahresende von 64.000 auf etwa 59.800 reduzieren zu wollen. An den deutschen Standorten sind zudem rund drei Viertel der ZF-Belegschaft in Kurzarbeit oder reduzieren ihre Arbeitszeit auf andere Weise.

Am Nachmittag wurde zudem durch Recherchen der Nachrichtenagentur dpa bekannt, dass ZF Friedrichshafen vom Staat einen Kredit in Höhe von 250 Millionen Euro erhalten soll. Der Lenkungsausschuss des staatlichen "Deutschlandfonds" für notleidende Unternehmen habe die Hilfen bewilligt, gab das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage bekannt.

Der "Deutschlandfonds" umfasst 115 Milliarden Euro. Der Staat kann Bürgschaften und Kredite an Firmen vergeben, die durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise in Schieflage geraten sind.

"ZF spürt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sehr deutlich", sagte der ZF-Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Härter auf der IAA-Pressekonferenz des Konzerns in Frankfurt. "Es sind weiterhin große Unsicherheiten im Markt, die uns immer noch keine klare Sicht auf die nächsten Monate erlauben."

So sei nicht abzusehen, ob staatliche Konjunkturförderprogramme wie etwa die so genannte Abwrackprämie in Deutschland die Pkw-Nachfrage nachhaltig beflügeln. Man könne eine W-förmige Entwicklung der Konjunktur nicht ausschließen. "Dann befänden wir uns auf einem künstlich erzeugten Zwischenhoch und müssten noch durch ein zweites Tal hindurch", sagte Härter.

ssu/dpa

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lupenrein 01.07.2009
1.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Ich vermute, die 'Investoren' stehen schon Schlange, bei Opel konkret, bei den anderen bald auch, denn in dieser Notsituation kann man sich Sachwerte billigst unter den Nagel reissen...
Volker Gretz, 01.07.2009
2.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Ich könnte beispielsweise VW den Prototyp für ein wartungsarmes Auto zur Verfügung stellen, dass bei 98 PS und "Bleifuß" 7,5 Liter Normabenzin braucht. Der Prototyp hat natürlich mehrere Nachteile: Nahezu unverwüstlicher Motor, keine Importeile, keine selbstzerstörenden Chips, nur ein Faltdach , keinen Airbag. Mit etwas gutem Willen und etwas unterstützung von Akademikern könnten dann Bachelor / Master-Ingenieure versuchen den neuen 80 PS Golf VI, der ien vergleichbares Geicht hat, von den 8,5 Litern Superverbrauch auf diese Werte hinzubekommen. ;-)
Volker Gretz, 01.07.2009
3.
Zitat von lupenreinIch vermute, die 'Investoren' stehen schon Schlange, bei Opel konkret, bei den anderen bald auch, denn in dieser Notsituation kann man sich Sachwerte billigst unter den Nagel reissen...
Glauben Sie die haben irgendwo Benzin gebunkert? :-) Irgend etwas ist in den letzen 15 Jahren grundsätzlich schief gegangen. VW-Fahrzeuge entwickeln sich zu Tankwarts bestem Freund. Am Straßenrand stehen nach 7 Jahren angerostetete Daimler, denen im 4-Wocherhythmus irgend ein abderer Chip verreckt, der ADAC veröffentlicht Pannenstatistiken in denen inzwischen wieder die deutschschen Fahrzeuge gut dastehen (die haben ja ihre individuelle Mobilitätsgarantie der Hersteller),...
Rainer Eichberg 01.07.2009
4.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Preise senken, Preise senken, Preise senken. Neuwagen sind in Deutschland immer noch absurd teuer. Wenn es deutschen Herstellern nicht gelingt, ihre Wagen billiger zu verkaufen, dann müssen sie eben untergehen.
Dabu 01.07.2009
5.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Wo ist die Neuigkeit? Das war doch schon seit Erstdiskussion Ende letzten Jahres absehbar. Wenn die Autohersteller hierfür in dem groben halben Jahr noch keine "Fallback"-Lösung für sich definiert haben, haben einige Geschäftsentwicklungsstrategien und deren Finanzer de facto ihre absehbaren Hausaufgaben nicht gemacht. M.a.W.: Hier jammert erneut die Lobby nach Steuergeldern. Und auch hier bin ich der Meinung, keine Kohle für die Lobbyisten.
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