39-Milliarden-Dollar-Angebot BHP scheitert mit Übernahme von Potash

Der Poker um den kanadischen Kali-Förderer Potash ist zu Ende - und BHP Billiton gescheitert. Nach monatelangem Übernahmekampf gab der australische Bergbaukonzern seine Pläne für eine feindliche Übernahme auf. Kanadas Regierung kann triumphieren.

Potash-Lager: Angebot hinfällig
Reuters

Potash-Lager: Angebot hinfällig


Sydney/Saskatoon - Eine der größten geplanten Übernahmen der Wirtschaftsgeschichte ist geplatzt: Der australische Bergbaukonzern BHP Billiton Chart zeigen hat nach scharfem Widerstand aus der Politik den Versuch aufgegeben, den kanadischen Kali-Förderer Potash Chart zeigen zu schlucken. Das 39-Milliarden-Dollar-Angebot sei hinfällig, teilte BHP am Montag in Melbourne mit.

Anfang des Monats hatte die kanadische Regierung die Übernahme blockiert, da man nicht sicher sei, "dass Kanada von dem vorgeschlagenen Geschäft unter dem Strich profitiert", wie Industrieminister Tony Clement damals sagte. BHP hätte allerdings noch die Möglichkeit gehabt, die Politik umzustimmen - diese Chance ließen die Australier nun ungenutzt.

Potash selbst hatte die Übernahme von vornherein abgelehnt mit der Begründung, das Angebot sei zu niedrig. Der Rückzug von BHP untermauere diese Auffassung, triumphierte das Potash-Management noch in der Nacht am Firmensitz in Saskatoon und erklärte, das Unternehmen stehe alleine blendend da. "Wir glauben, unsere Möglichkeiten für Wachstum in der Branche sind unerreicht."

BHP-Aktionäre sind erleichtert

BHP hatte Potash seit August bedrängt und gleichzeitig mit Zugeständnissen versucht, die kanadische Regierung auf die eigene Seite zu ziehen. Kalisalze sind unentbehrlich für die Düngemittelherstellung und entsprechend begehrt. Potash sitzt auf den weltgrößten Vorkommen und ist ein scharfer Konkurrent von K+S aus Kassel.

Der Übernahmekampf hatte die gesamte Branche in Aufruhr versetzt. Potash hatte händeringend versucht, einen genehmen Gegenbieter aufzutreiben. Immer wieder fiel dabei der Name des chinesischen Chemiekonzerns Sinochem. Auch der russische Düngemittelproduzent Phosagro hatte Interesse geäußert.

Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Dünger in den kommenden Jahren steigen wird. Die Weltbevölkerung nimmt zu, entsprechend auch der Bedarf an Lebensmitteln. Potash hatte im dritten Quartal gute Geschäfte gemacht und seinen Gewinn um 62 Prozent auf 403 Millionen Dollar hochgeschraubt. Die Kanadier beteuerten nun erneut gegenüber ihren Aktionären, dass es weiter aufwärts geht.

Australische Anleger reagierten positiv auf die Nachrichten vom BHP-Rückzug, zumal der Konzern gleichzeitig ankündigte, seine ausgesetzten Aktienrückkaufe wieder aufzunehmen. An der Börse in Sydney legte das BHP-Papier leicht zu. Bei der Potash-Aktie dürfte es dagegen abwärts gehen, nachdem nun die Übernahmefantasie erst einmal dahin ist.



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