48-Stunden-Streik von UFO Lufthansa will Schlichtung mit Flugbegleitern

Die Lufthansa will den Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern nun doch durch eine Schlichtung lösen. Die Fluggesellschaft hatte die Gewerkschaft UFO als nicht vertretungsberechtigt angesehen.

Passagiere warten vor Lufthansa-Schaltern am Flughafen Frankfurt
RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Passagiere warten vor Lufthansa-Schaltern am Flughafen Frankfurt


Die Lufthansa Chart zeigen ist im Streit mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO zu einer Schlichtung bereit. Das Unternehmen wolle mit allen drei Gewerkschaften der Kabine Gespräche aufnehmen, teilte Vorstandschef Carsten Spohr mit. "Dieses schließt ausdrücklich auch wieder Gespräche mit der UFO ein - mit dem Ziel, im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter die gestern von der UFO angebotene Schlichtung zu vereinbaren."

Die UFO zeigte sich zu Gesprächen mit der Lufthansa bereit. Ob die Gewerkschaft in Verhandlungen über eine Schlichtung eintrete, werde man nach den Gesprächen entscheiden, sagte UFO-Sprecher Nicoley Baublies am Münchener Flughafen.

"Wenn's nicht klappt, müssen wir am Montag verkünden, dass es weitere Streiks gibt", sagte er weiter. Anders als geplant werde Ufo nun aber erst einmal keine Tochterunternehmen zum Streik aufrufen "und auch bei der Lufthansa keine Ausweitung und keine Verlängerungen machen".

Die Gespräche zwischen UFO und Lufthansa ruhen seit Monaten. Am Morgen begann die Gewerkschaft mit einem Streik, durch den bis Freitag 24 Uhr insgesamt 1300 Flüge ausfallen sollen, am Morgen wurden bereits zahlreiche Flüge annulliert. Etwa 180.000 Kunden könnten betroffen sein.

In dem Konflikt geht es um höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Hinter den Forderungen steht aber die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob UFO überhaupt Tarifverträge für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter durchsetzen kann.

Einstweilige Verfügungen gegen UFO-Streik abgelehnt

Nach einem internen Streit ist bei UFO ein neuer Vorstand im Amt, den die Mitgliederversammlung im Amt bestätigte. Die Lufthansa ist der Ansicht, der bestehende Vorstand sei nicht vertretungsberechtigt. Das Unternehmen prüft die Aufnahme von Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di.

Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den UFO-Streik ab.

Nach Einschätzung der Richter sind die Tarifverträge korrekt gekündigt worden, der Streikbeschluss sei gültig. Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnten sie ebenfalls ab. Hier handle es sich um interne Regelungen der UFO ohne Außenwirkung.

apr/dpa/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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marcanton80 07.11.2019
1.
Schön das die deutschen Arbeitsgerichte noch das Streikrecht verteidigen.Es ist nämlich das einzige Mittel was den Arbeitnehmer bleibt seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, von verhandeln auf Augenhöhe kann nicht mehr die Rede sein.Das die Anwälte des Konzerns es überhaupt für möglich halten, da etwas zu erreichen, lässt tief blicken in ihr Rechtsverständnis.
hesseinfranken 07.11.2019
2. Es scheint niemanden zu interessieren
Ich gebe marcanton80 zu 100% Recht und erlaube mir weitere Anmerkungen. Das Geschachere um UFO ist doppelt ärgerlich. Zum Einen, dass VERDI in diesen Bereich drängt und UFO Konkurrenz macht statt mit ihnen zu kooperieren. Machtspiel einer Arbeitnehmervertretung auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Pfui. Und zum Anderen ist es ein Lehrstück, was Arbeitgeber alles versuchen, um Arbeitnehmerinteressen abzuwehren. Traurig ist übrigens auch, dass das Thema offensichtlich wenige Leute interessiert, wie man in diesem Forum sehen kann. Über "Ausländerthemen" sind hier immer hunderte Kommentare zu finden. Da wundert es nicht, wenn Arbeitnehmer Oberwasser wittern.
lucky.sailor 07.11.2019
3. Gut für's Klima
Ein schöner Nebeneffekt des Streiks für's Klima! Wenn man mal eben ca. 700 Flüge pro Tag streichen kann, dann waren sie auch nicht wirklich notwendig, oder? Statt ruinöse Preispolitik zu betreiben, sollten die verschiedenen Airlines auf gleichen Strecken lieber daran arbeiten, ihre Flüge zu 100 Prozent auszulasten.
silikonfuge 07.11.2019
4. Verdi besser nicht
Die Flugbegleiter tun gut daran, bei ihrer Gerwerkschaft UFO zu bleiben. Verdi hat sich bei den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst in den letzten 20 Jahren unter Bsirske nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Abschlüsse waren mäßig. Und die Betriebsrenten gehen Verdi am A vorbei.
DerBlicker 07.11.2019
5. Realitätscheck
Zitat von silikonfugeDie Flugbegleiter tun gut daran, bei ihrer Gerwerkschaft UFO zu bleiben. Verdi hat sich bei den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst in den letzten 20 Jahren unter Bsirske nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Abschlüsse waren mäßig. Und die Betriebsrenten gehen Verdi am A vorbei.
Verdi hat für den Öffentlichen Dienst für 2019 über 3 % und für 2020 auch über 3 % herausgeholt. Da sind die 1,8 %, welche UFO gefordert hat und Lufthansa mit 2 % sogar überboten hat, natürlich viel besser. UFO ist doch eher eine Lachnummer.
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