737 Max Flugverbote vermasseln Boeing die Geschäfte

Der US-Luftfahrtriese Boeing hat wegen des Flugverbots für seinen Bestseller 737 Max deutlich weniger Maschinen ausgeliefert. Die Konkurrenz bei Airbus legt dafür kräftig zu.

Boeing 737 Max: Unglücksflieger schadet dem Geschäft
Joe Raedle/Getty Images/AFP

Boeing 737 Max: Unglücksflieger schadet dem Geschäft


Die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Baureihe 737 Max vermiest Boeing die Geschäfte. Im zweiten Halbjahr brachen die Flugzeugauslieferungen insgesamt um 37 Prozent auf 239 Maschinen ein. Der Rückgang betrifft vor allem die 737-Modelle.

Die Unglücksflieger vom Typ 737 Max kann Boeing überhaupt nicht mehr ausliefern. Nach zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, wurde die Serie im März aus dem Verkehr gezogen. Für die Hinterbliebenen hat Boeing mittlerweile Entschädigungszahlungen in Höhe von 100 Millionen Euro angekündigt.

Darüber hinaus ist der Konzern mit Klagen und Ermittlungen konfrontiert. Boeing steht im Verdacht, die betroffenen Flugzeuge überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Medienberichten zufolge hatte das Unternehmen die Softwareentwicklung für seine 737 Max nach Indien ausgelagert, um Kosten zu sparen.

Weil Boeing schwächelt, dürfte Erzrivale Airbus in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2011 wieder zum weltweit führenden Hersteller von Verkehrsflugzeugen aufsteigen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters in Berufung auf Insider berichtet, lieferte der europäische Flugzeugbauer in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 389 Maschinen aus. Das ist ein Plus von rund 28 Prozent.

rai/dpa/Reuters



insgesamt 52 Beiträge
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hdudeck 09.07.2019
1. Ich verstehe nicht,
warum die Auslagerung der Software-Entwicklung nach Indien unterschwellig als schlecht dargestellt wird. Mit einer guten Koordination der Entwicklunsabteilungen, entsprechender Qualitaets-Kontrolle und Endabnahme ist das ueberhaupt kein Problem. Das Problem ist vielmehr Boing, die es aus Zeitgruenden mit shortcuts vermasselt hat und entsprechende Loecher nicht etwa uebersehen , sondern mit patches zu uebertuenchen versucht hat. Zudem wurden einfachste Regel wie redandente Systeme fuer kritische Systeme einfach ignoriert wurden.
Karla Winterstein 09.07.2019
2. You've got what you paid for
"Sparen wir, koste es was es wolle!" ist ja nun nicht ganz neu, aber jetzt mit dem Zeigefinger auf Indien zu zeigen ist grundlegend falsch. Gespart wurde offensichtlich an der Qualitätssicherung seitens des Auftraggebers, sowie am Konfigurationsmanagement. Die gemachten Fehler liegen eindeutig bei der Organisation der Abläufe bei Boeing. Vielleicht kamen manche Teile des Managements mal wieder auf den alten Spruch "'geht nicht', geht nicht", der besonders gerne dann benutzt wird, wenn eine echte technische Lösung im Rahmen des Budgets und des Zeitplanes faktisch nicht möglich ist.
der_meier 09.07.2019
3. Software aus Indien
ich habe auch nix gegen indische Software. Wenn extrem sicherheitsrelevante Dinge entwickelt werden sollte allerdings die Kontrolle und Kommunikation sehr gut oder noch besser sein. Räumliche Differenz, Sprachprobleme, mangelnde/nicht verifizierte Erfahrung usw sind da ein gravierendes Hindernis. Alleine der Zeitunterschied usa-Indien sorgt dafür, dass Kommunikation nicht problemlos ad-hoc funktionieren kann. Wenn die Inder coden schlafen die Amis.
mohsensalakh 09.07.2019
4. Ein Flugzeug muss ohne jegliche Software zu steuern sein.
An Software wird es garantiert nicht gelegen haben, sondern um Baudynamik und Design. Europäische Sicherheitsprüfer haben bisher 5 große Fehler bei der Maschine entdeckt - also die indische Programierer tragen sicher wenig zu dem Sturz bei! Die Inder haben z.B. das Software nicht von einem einzigen Sensor steuern lassen - das haben die Amis gemacht und das ist auf Kindergarten Niveau!
w.weiter 09.07.2019
5. Grotesk.
Überall wird gespart. Auf Kosten der Mitarbeiter u. Kunden. In diesem Fall wurde zuviel eingespart. Auf Kosten vieler unschuldiger Menschen, die vertrauten in einem sicheren Flieger zu sitzen. Jetzt trifft es "Boing", demnächst wohl andere Firmen, die "sparen". Hauptsache die Aktionäre sind happy, im Fall "Boing" derzeit wohl eher nicht. Shame on You, shareholders.
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