737NG Qantas entdeckt Haarrisse an drei Maschinen

33 Maschinen des Typs Boeing 737NG sollten überprüft werden, nachdem mehrere Fluggesellschaften Risse am Rumpf von Flugzeugen vermutet hatten. Nun wurden bei ersten Inspektionen Haarrisse gefunden.

Bei einer ersten Durchsicht ihrer Flotte von Passagierjets vom Typ Boeing 737 NG hat die australische Fluggesellschaft Qantas bereits drei Maschinen mit Haarrissen entdeckt. Das teilte die Gesellschaft mit.

Die Risse lagen an einer Stelle, wo die Tragflächen am Rumpf befestigt sind. Im Luftfahrtjargon nennt man diese Teile "Pickle Forks", weil sie an Gurkengabeln erinnern. Die betroffenen Maschinen seien aus dem Verkehr gezogen worden, hieß es.

Es soll sich dabei um Jets der Baureihe handeln, für die die US-Luftfahrtbehörde FAA bislang keine raschen Inspektionen vorgeschrieben hatte. Denn die Maschinen haben mehr als 22.600 Starts und Landungen hinter sich, die FAA bezog sich zunächst nur auf solche mit mehr als 30.000.

Experten der Fluggesellschaft setzten unterdessen die Untersuchung der übrigen baugleichen Flugzeuge fort. Insgesamt gehe es um 33 Maschinen im Bestand von Qantas, die noch vor der üblichen Inspektionsfrist kontrolliert werden sollen.

Ryanair, Tuifly und Sunexpress geben Entwarnung

Europas größter Billigflieger Ryanair, dessen Flotte komplett aus 737NG-Maschinen vom Typ 737-800 besteht, zeigte sich trotz der Nachrichten aus Australien entspannt. "Ryanair überprüft ihre Flugzeuge weiterhin in Übereinstimmung mit den Lufttüchtigkeitsanweisungen und erwartet keine Auswirkungen auf unsere Verbindungen oder Flottenverfügbarkeit", teilte die Fluglinie mit.

Auch die Ferienflieger Tuifly und Sunexpress gaben für ihre eigenen Flotten Entwarnung. "Wir führen alle Checks gemäß den Herstellervorgaben durch und haben einige Flugzeuge auch vorsorglich überprüft", sagte ein Tui-Sprecher. "Dabei haben wir keine Auffälligkeiten gefunden." Der Lufthansa-Ableger Sunexpress, der wie Tuifly auf der Kurz- und Mittelstrecke auf 737NG-Maschinen setzt, musste 20 Jets überprüfen. Es habe aber keine Auffälligkeiten oder gar Strukturrisse gegeben, sagte eine Sprecherin.

Die Boeing 737NG ist das Vorgängermodell der 737 Max. Die 737-Max-Modelle sind seit Mitte März wegen zweier Abstürze  mit insgesamt 346 Toten mit Flugverboten belegt. Als eine entscheidende Unglücksursache gilt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm von Boeing. Ob und wann die Maschinen wieder abheben dürften, ist von internationalen Aufsichtsbehörden abhängig und derzeit unklar.

flg/dpa-AFX