Hohe Sonderzahlungen 770 britische Banker bekommen Millionen-Boni

Das Geldhaus Lloyds sorgt für Aufsehen in Großbritannien. Obwohl die Bank zu 39 Prozent dem Staat gehört, bekommen mehr als 20 Manager Sonderzahlungen in Millionenhöhe. Insgesamt zahlen die fünf größten Kreditinstitute des Landes an 770 Manager mindestens siebenstellige Boni.

Londoner Bankenviertel Canary Wharf: Millionen-Boni für Hunderte Manager
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Londoner Bankenviertel Canary Wharf: Millionen-Boni für Hunderte Manager


London - Das teilverstaatlichte britische Geldhaus Lloyds Chart zeigen will an mehr als 20 Mitarbeiter mindestens eine Million Pfund ausschütten. Das berichtet die "Sunday Times", die Details sollen in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Damit kämen bei den fünf größten Banken der Insel fast 770 Mitarbeiter in den Genuss einer Zusatzleistung von einer Million Pfund und mehr. Lloyds lehnte eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab. Das Unternehmen ist zu 39 Prozent in Staatsbesitz.

Dem Bericht zufolge zahlt Barclays Chart zeigen Millionen-Boni an 428 Mitarbeiter, bei der Royal Bank of Scotland Chart zeigen sollen es 95 und bei der HSBC Chart zeigen 204 Banker sein. Auch die Bank Santander Chart zeigen schütte Sonderzahlungen in Millionenhöhe aus - an insgesamt 19 Mitarbeiter.

Nach den Plänen der Europäischen Union sollen Bonuszahlungen an Banker künftig begrenzt werden. In der abschließenden Verhandlungsrunde bestätigten die Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten Mitte der Woche den Kompromiss. Boni dürfen demnach ab 2014 das Grundgehalt nicht mehr übersteigen. Nur mit Zustimmung der Aktionäre kann die Sonderzahlung doppelt so hoch ausfallen.

Großbritannien hatte sich als Standort des größten europäischen Finanz- und Bankenplatzes als einziges EU-Land gegen die Begrenzung gewehrt. Letzte Versuche der Briten, die Regeln aufzuweichen, scheiterten am Widerstand des Parlaments. "Gegen erbitterte Widerstände aus nationalen Hauptstädten und der Finanzindustrie wird Europa schon 2014 ein Stück gerechter", erklärte der SPD-Europaabgeordnete Udo Bullmann nach der Sitzung. Es sei nun lediglich klargestellt worden, dass die Regeln erst für die 2015 ausgezahlten Boni gelten sollen, die auf Leistungen des Vorjahrs zurückgehen.

cte/Reuters

insgesamt 63 Beiträge
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josefsson 24.03.2013
1. gerne sollen britische Banker
Millionen als Gage erhalten, habe nix dagegen. Die Inselwirtschaft wird im Gegenzug aufblühen, es werden Milch und Honig fließen, alle Menschen glücklich und zufrieden sein. Also Banker ihrer Majestät - haut rein ;-)
bingo-h@web.de 24.03.2013
2. Millionenboni? Wieso die Aufregung?
Jedes demokratisch geführte Volk bekommt die Regierung, die es verdient. Und wenn es die Parteien wählt, die Gesetze erlassen (oder nicht ändern), die solche moralisch verwerflichen Zahlungen ermöglichen, dann ist das doch in Ordnung, oder? Solange Parteien, die so etwas unterbinden würden, nur eine Randerscheinung sind, braucht keiner sich aufzuregen.
TS_Alien 24.03.2013
3. Schweigegeld?
Das könnte durchaus Schweigegeld sein. Der Libor-Skandal ist noch nicht ausgestanden. Und wer so skrupellos ist, den Libor zu manipulieren, der wird noch ganz andere finanzielle Leichen im Keller haben. Und etliche Mitwisser. Bei offenen Bilanzen im zweistelligen Billionenbereich (bei den Großbanken) lassen sich Milliardengewinne kurzfristig sicherlich leicht generieren. Danach werden die Boni ausgezahlt. Und nur das zählt.
acitapple 24.03.2013
4.
wo ist das problem ? cameron und der großteil seines landes sind doch für eine deregulierte und unkontrollierte finanzbranche. das ist sowas nur ein kleiner nebeneffekt. wenn sie es so haben wollen, ist das ihre sache. da muss man sich auch nicht künstlich empören. lieber ruhig beobachten wie das land dadurch noch ein wenig zügiger den bach runtergehen wird...
nic 24.03.2013
5.
Was soll man da groß diskutieren. Ausser Sprachlosigkeit fällt mir nichts dazu ein.
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