Coronavirus 80 Neuinfizierte in Schlachtbetrieb in Baden-Württemberg

In der deutschen Fleischproduktion grassiert das Coronavirus unter den Beschäftigten. Nun haben sich in einem Schlachthof bei Pforzheim weitere 80 Menschen infiziert.
Schlachthof (Symbolbild)

Schlachthof (Symbolbild)

Foto: Oliver Krato/ DPA

In einem Schlachthof in Birkenfeld bei Pforzheim sind weitere mehr als 80 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steige die Zahl der Mitarbeiter, die mit Covid-19 infiziert sind oder waren, auf rund 400, sagte eine Sprecherin des Landratsamts im baden-württembergischen Enzkreis. Das ist knapp ein Viertel der Belegschaft von etwa 1100 Mitarbeitern.

Deutschlands Schlachthöfe sind Corona-Hotspots. In den vergangenen Tagen haben bereits Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein umfassende Tests in den Fleisch verarbeitenden Betrieben gestartet - nachdem die Ansteckungszahlen hochgeschnellt sind. In Schlachthöfen dieser beiden Bundesländer, in Baden-Württemberg und Niedersachsen sind nach SPIEGEL-Recherchen in den vergangenen Wochen schon mindestens 905 Infektionen entdeckt worden; ein Teil der Erkrankten ist unterdessen wieder gesund. 

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Auch im Schlachthof in Birkenfeld sind fast 150 Mitarbeiter wieder genesen. Das bedeutet, dass sie zwar wieder zur Arbeit dürfen. Sie unterliegen aber weiter der Betriebsquarantäne und dürfen sich nur zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bewegen, erklärte die Sprecherin.

Die Firma erklärte in einer Pressemitteilung vom Vorabend, einen "Pandemieplan 2.0" erarbeiten zu wollen. "Die Gesundheit der Menschen, die bei uns arbeiten, liegt uns am Herzen", teilte Martin Müller, Geschäftsführer von Müller Fleisch mit.

Die infizierten Mitarbeiter, die in beengten Wohnverhältnissen lebten, sind vom Landratsamt seit einiger Zeit in Ausweichunterkünften untergebracht. Laut Sprecherin war eine Schließung des Unternehmens - auch in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt - geprüft, aber verworfen worden. Dafür gebe es keine rechtliche Handhabe, solange die Firma sich an die Auflagen halte.

hej/dpa
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