Georg Fahrenschon Neuer Sparkassen-Chef will kleinere Landesbanken

Georg Fahrenschon ist jetzt offiziell neuer Präsident des Sparkassenverbands. Der frühere bayerische Finanzminister übernahm das Amt bei einem Festakt von seinem Vorgänger Heinrich Haasis - und forderte eine weitere Sanierung der Landesbanken.

Georg Fahrenschon (l.) mit Vorgänger Heinrich Haasis: Kooperation im DSGV stärken
dapd

Georg Fahrenschon (l.) mit Vorgänger Heinrich Haasis: Kooperation im DSGV stärken


Berlin - Die Schrumpfkur der Landesbanken ist nach Ansicht des neuen Sparkassenpräsidenten noch lange nicht zu Ende. Die Institute seien dabei, sich von Geschäften zu trennen, die keine realwirtschaftliche Grundlage hätten, sagte Georg Fahrenschon am Dienstag bei der feierlichen Einführung als neuer Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) in Berlin. "Das ist richtig und muss fortgesetzt werden." Es habe bereits wesentliche Veränderungen, aber auch Krisen gegeben. "Auch diese müssen verdaut werden", räumte Fahrenschon ein.

Der 44 Jahre alte Fahrenschon, bis Herbst 2011 Finanzminister in Bayern, übernahm am Dienstag den Spitzenposten symbolisch von seinem Vorgänger Heinrich Haasis. Die Amtsgeschäfte hatte er bereits am 16. Mai aufgenommen. Als Präsident des DSGV vertritt er die Interessen von 423 Sparkassen, acht Landesbanken, elf Erstversicherungsgruppen, zehn Landesbausparkassen und diverse andere Finanzinstitute. Für die Gruppe arbeiten rund 360.000 Mitarbeiter und damit gut 40 Prozent aller Beschäftigten in der deutschen Kreditwirtschaft.

Fahrenschon brach aber auch eine Lanze für die Landesbanken, von denen viele in der Finanzkrise mit Milliardensummen ihrer Eigner gerettet werden mussten. Er betonte, in der öffentlichen Debatte dürften die Leistungen der Landesbanken für die Wirtschaft nicht übersehen werden. Fast 20 Prozent der Unternehmenskredite kommen von den Landesbanken.

Die Institute verwalteten zusammen mit den Sparkassen rund 40 Prozent der privaten Ersparnisse in Deutschland, sagte die beim Festakt anwesende Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Die Zahlen zeigen das Vertrauen, das die Bürger den Sparkassen entgegenbringen." Dies sei das wichtigste Kernkapital der Sparkassen, mit dem man auch künftig sorgfältig umgehen müsse. "Vertrauen ist genau so ein scheues Reh wie Kapital", sagte die Kanzlerin im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt. Die gesamte Bankbranche habe eine große ökonomische und gesellschaftlich Verantwortung - vor allem in Zeiten der Krise, mahnte Merkel. Sie gehe davon aus, dass sich Fahrenschon dieser Verantwortung bewusst sei.

Fahrenschon kündigte an, er werde die Kooperation im Sparkassenlager stärken. So wolle er etwa die Pläne seines Vorgängers zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen der Landesbank Berlin und dem Fondsdienstleister Deka weiter voranbringen. Beide Unternehmen sind voll im Besitz der Sparkassen. Haasis hatte angekündigt, es könnten bestimmte Geschäfte im Immobilien-, Fonds- und Kapitalmarktgeschäft gebündelt werden.

yes/Reuters



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Palmstroem 22.05.2012
1. Lieber doch Sparkassenpräsident
Zitat von sysopdapdGeorg Fahrenschon ist jetzt offiziell neuer Präsident des Sparkassenverbands. Der frühere bayerische Finanzminister übernahm das Amt bei einem Festakt von seinem Vorgänger Heinrich Haasis - und forderte eine weitere Sanierung der Landesbanken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,834552,00.html
Als Sparkassenpräsident verdient Georg Fahrenschon nun 600.000 Euro im Jahr - dreimal soviel wie unser Bundespräsident. Und über ein Bobbycar kann er nur lachen! Das zeigt mal wieder, wie wichtig Politik in Deutschland ist!
mnbvc 22.05.2012
2. richtig und ungerecht...
Zitat von PalmstroemAls Sparkassenpräsident verdient Georg Fahrenschon nun 600.000 Euro im Jahr - dreimal soviel wie unser Bundespräsident. Und über ein Bobbycar kann er nur lachen! Das zeigt mal wieder, wie wichtig Politik in Deutschland ist!
...ist ihr Posting. Richtig, denn das ist deutlich zu viel, sowohl absolut als auch in Relation zum "höchsten Amt im Staate". Ungerecht ist es aber dennoch, weil der Mann bei einem größeren Institut deutlich weniger verdient als Gleichbepostete in ensprechenden Privatbanken. Herr Blessing von der Commerzbank bekommt soweit ich weiß 500.000 Euro im Jahr für eine deutlich kleinere Unternehmensgruppe, die rein auf eigene Rechnung arbeitet (ganz im Gegensatz zu den Sparkassen!) und dennoch viel Steuergeld für sich eingetütet hat.
chaika 23.05.2012
3. Nun ja
Zitat von mnbvc...ist ihr Posting. Richtig, denn das ist deutlich zu viel, sowohl absolut als auch in Relation zum "höchsten Amt im Staate". Ungerecht ist es aber dennoch, weil der Mann bei einem größeren Institut deutlich weniger verdient als Gleichbepostete in ensprechenden Privatbanken. Herr Blessing von der Commerzbank bekommt soweit ich weiß 500.000 Euro im Jahr für eine deutlich kleinere Unternehmensgruppe, die rein auf eigene Rechnung arbeitet (ganz im Gegensatz zu den Sparkassen!) und dennoch viel Steuergeld für sich eingetütet hat.
Der gute Mann ist ja nur symbolisch fuer alle Sparkassen zustaendig, im Grunde genommen ist er ein Gruessaugust mit sehr maessiger Qualifikation (einfacher Diplom-Volkswirt, mit kaum Berufserfahrung, der sonst so ca 40000 EUR pa verdienen wuerde). Aber das sind die schoenen Posten, die die Politik zu verteilen hat, wo die Bezahlung in keinem Verhaeltnis zu der zu erwartenden Arbeit steht. Wenn was total schief geht macht das dann eben auch nichts.
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