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17. Juni 2019, 13:59 Uhr

Neuer A321XLR

Mit diesem Langstreckenjet will Airbus die Konkurrenz schlagen

Gelingt dem Flugzeugbauer Airbus ein Coup? Der Konzern hat angekündigt, schon 2023 einen neuen Langstreckenflieger auf den Markt zu bringen - zwei Jahre vor dem Konkurrenten Boeing.

Ist das nur ein PR-Stunt - oder gelingt es Airbus, sich einen klaren Vorsprung im Wettbewerb mit Boeing zu erarbeiten? Der europäische Flugzeugbauer will dem US-Rivalen jedenfalls mit einer neuen Super-Langstreckenversion seines Verkaufsschlagers A321neo ein Schnippchen schlagen - und den Amerikanern zuvorkommen, die gerade selbst ein neues Flugzeug in dem Segment entwickeln.

Der Airbus A321XLR soll Strecken von bis zu 8700 Kilometer bewältigen können - das ist mehr als beispielsweise die Entfernung von Frankfurt am Main nach Wladiwostok, oder auch nach Houston im US-Bundesstaat Texas. Der Jet soll ab dem Jahr 2023 verfügbar sein, kündigte Airbus-Verkaufschef Christian Scherer zum Start der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris an.

Als erster Kunde kündigte das Unternehmen Air Lease Corporation - ein Flugzeugfinanzierer - eine Bestellung über 27 Jets des Typs an. Zudem unterzeichnete die Firma einen Vorvertrag über 23 weitere Airbus A321neo sowie 50 kleinere Maschinen vom Typ A220-300.

Boeings neuer Jet kommt erst zwei Jahre später

Der neue A321XLR soll noch 15 Prozent weiter fliegen können als die bisherige Langstreckenversion A321LR. LR steht für "Long Range". XLR steht dementsprechend für "Extra Long Range". Damit sei sie für Strecken etwa zwischen Europa nach Amerika oder zwischen Europa und Indien geeignet, hob Airbus hervor. "Verglichen mit bisherigen Flugzeugen wie der Boeing 757, die solche Strecken typischerweise fliegen, spart die A321XLR rund 30 Prozent an Treibstoff und CO2-Ausstoß ein", sagte Scherer.

Boeing will dieses Marktsegment mit einem neuen mittelgroßen Jet besetzen. Das "New Midsize Aircraft" (NMA), das inoffiziell bereits Boeing 797 genannt wird, soll von der Größe her zwischen den Mittelstrecken- und den Langstreckenjets liegen. Der US-Konzern hat aber auch nach mehrjährigen Diskussionen noch nicht beschlossen, ob und wie er den Jet baut.

Boeing-Chef Dennis Muilenburg geht weiterhin davon aus, dass die Maschine im Jahr 2025 fertig ist. Derzeit geht bei Boeing aber die Aufarbeitung der Krise um den Mittelstreckenjet 737 Max vor, für den nach zwei tödlichen Abstürzen ein weltweites Flugverbot gilt.

beb/dpa

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