Neuer A321XLR Mit diesem Langstreckenjet will Airbus die Konkurrenz schlagen

Gelingt dem Flugzeugbauer Airbus ein Coup? Der Konzern hat angekündigt, schon 2023 einen neuen Langstreckenflieger auf den Markt zu bringen - zwei Jahre vor dem Konkurrenten Boeing.

Animation des Airbus A321XLR: Bis zu 8700 Kilometer Reichweite
Airbus

Animation des Airbus A321XLR: Bis zu 8700 Kilometer Reichweite


Ist das nur ein PR-Stunt - oder gelingt es Airbus, sich einen klaren Vorsprung im Wettbewerb mit Boeing zu erarbeiten? Der europäische Flugzeugbauer will dem US-Rivalen jedenfalls mit einer neuen Super-Langstreckenversion seines Verkaufsschlagers A321neo ein Schnippchen schlagen - und den Amerikanern zuvorkommen, die gerade selbst ein neues Flugzeug in dem Segment entwickeln.

Der Airbus A321XLR soll Strecken von bis zu 8700 Kilometer bewältigen können - das ist mehr als beispielsweise die Entfernung von Frankfurt am Main nach Wladiwostok, oder auch nach Houston im US-Bundesstaat Texas. Der Jet soll ab dem Jahr 2023 verfügbar sein, kündigte Airbus-Verkaufschef Christian Scherer zum Start der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris an.

Als erster Kunde kündigte das Unternehmen Air Lease Corporation - ein Flugzeugfinanzierer - eine Bestellung über 27 Jets des Typs an. Zudem unterzeichnete die Firma einen Vorvertrag über 23 weitere Airbus A321neo sowie 50 kleinere Maschinen vom Typ A220-300.

Boeings neuer Jet kommt erst zwei Jahre später

Der neue A321XLR soll noch 15 Prozent weiter fliegen können als die bisherige Langstreckenversion A321LR. LR steht für "Long Range". XLR steht dementsprechend für "Extra Long Range". Damit sei sie für Strecken etwa zwischen Europa nach Amerika oder zwischen Europa und Indien geeignet, hob Airbus hervor. "Verglichen mit bisherigen Flugzeugen wie der Boeing 757, die solche Strecken typischerweise fliegen, spart die A321XLR rund 30 Prozent an Treibstoff und CO2-Ausstoß ein", sagte Scherer.

Boeing will dieses Marktsegment mit einem neuen mittelgroßen Jet besetzen. Das "New Midsize Aircraft" (NMA), das inoffiziell bereits Boeing 797 genannt wird, soll von der Größe her zwischen den Mittelstrecken- und den Langstreckenjets liegen. Der US-Konzern hat aber auch nach mehrjährigen Diskussionen noch nicht beschlossen, ob und wie er den Jet baut.

Boeing-Chef Dennis Muilenburg geht weiterhin davon aus, dass die Maschine im Jahr 2025 fertig ist. Derzeit geht bei Boeing aber die Aufarbeitung der Krise um den Mittelstreckenjet 737 Max vor, für den nach zwei tödlichen Abstürzen ein weltweites Flugverbot gilt.

beb/dpa



insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hirsnemehism 17.06.2019
1. 30% weniger...
Sprit und Emissionen liest sich erstmal gut. Falls das aber nur für die absoluten Zahlen steht und nicht etwa für den Verbrauch pro Nutzgewicht, ist diese Aussage relativ wertlos, denn da die 757 größer als die A321 ist, dürfte sie auch mehr befördern/transportieren können. Hier wäre eine Klarstellung wünschenswert.
weltgedanke 17.06.2019
2.
Natürlich bringt ein überlegenes Produkt Marktvorteile, aber die Fluggesellschaften sind klug genug, immer beide Hersteller, Airbus und Boeing, ungefähr gleich zu päppeln mit ihren Einkäufen. Nur so können sie sie auch künftig gegeneinander ausspielen bei Preisverhandlungen. Werden sie jetzt schwach und kaufen nur noch von dem Hersteller, der im Moment die besseren Flugzeuge baut, haben sie es bald mit einem Monopol oder sonstigen einseitigen Abhängigkeiten zu tun und leiden später darunter. Aber technisch beglückwünsche ich Airbus. 30% Ersparnis gegenüber dem bisherigen Marktführer klingt sensationell. Schon, dass so viel überhaupt noch drin war, ist erstaunlich. Wenn das stimmt, werden die Interessenten ihnen mit Sicherheit trotz dem oben Gesagten bald die Bude einrennen.
Kastner 17.06.2019
3. Wenn Flugzeughersteller von "Verbrauch"...
Zitat von hirsnemehismSprit und Emissionen liest sich erstmal gut. Falls das aber nur für die absoluten Zahlen steht und nicht etwa für den Verbrauch pro Nutzgewicht, ist diese Aussage relativ wertlos, denn da die 757 größer als die A321 ist, dürfte sie auch mehr befördern/transportieren können. Hier wäre eine Klarstellung wünschenswert.
... im Vergleich zu anderen sprechen, meinen sie in der Regel den Verbrauch je Passagiersitzplatz und nicht den Verbrauch eines kleineren Flugzeuges verglichen mit einem Größeren. Denn das ist wie Äpfel und Tomaten, lässt sich schlicht nicht vergleichen. So auch in diesem Fall: https://www.airbus.com/newsroom/press-releases/en/2019/06/airbus-launches-longest-range-singleaisle-airliner-the-a321xlr.html
Konstruktor 17.06.2019
4.
Zitat von weltgedankeNatürlich bringt ein überlegenes Produkt Marktvorteile, aber die Fluggesellschaften sind klug genug, immer beide Hersteller, Airbus und Boeing, ungefähr gleich zu päppeln mit ihren Einkäufen. Nur so können sie sie auch künftig gegeneinander ausspielen bei Preisverhandlungen. Werden sie jetzt schwach und kaufen nur noch von dem Hersteller, der im Moment die besseren Flugzeuge baut, haben sie es bald mit einem Monopol oder sonstigen einseitigen Abhängigkeiten zu tun und leiden später darunter. Aber technisch beglückwünsche ich Airbus. 30% Ersparnis gegenüber dem bisherigen Marktführer klingt sensationell. Schon, dass so viel überhaupt noch drin war, ist erstaunlich. Wenn das stimmt, werden die Interessenten ihnen mit Sicherheit trotz dem oben Gesagten bald die Bude einrennen.
Das hat natürlich auch damit zu tun, daß die 757 schon ziemlich alt ist und die war überhaupt nie ein wirklicher Verkaufs-Renner. Der Witz ist halt, daß eine Variante der hochoptimierten Kurz-/Mittelstrecken-Familie jetzt auch noch diesem alten Nischenmodell sein Plätzchen streitig machen kann...
neurobi 17.06.2019
5.
Zitat von hirsnemehismSprit und Emissionen liest sich erstmal gut. Falls das aber nur für die absoluten Zahlen steht und nicht etwa für den Verbrauch pro Nutzgewicht, ist diese Aussage relativ wertlos, denn da die 757 größer als die A321 ist, dürfte sie auch mehr befördern/transportieren können. Hier wäre eine Klarstellung wünschenswert.
Effizienz wird in der Luftfahrt im pro Platz gemessen. Die A321XLR kann somit genauso mit der alten B757, wie auch mit dem A350/A380 oder der B777/78/ verglichen werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.