A380-Notlandung Ein Knall, ein Ruck und viele Fragen

Der Chef von Qantas spricht von einem "schweren Fehler": Die Turbinenpanne des Flugs QF32 weckt Ängste bei Reisenden - aber wie gefährlich war das Unglück wirklich? Welche Schuld trifft den Triebwerkshersteller Rolls Royce, und wie reagieren die Airlines? Elf Fragen, elf Antworten.

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Hamburg - Die Explosion war weit über die indonesische Insel Batam zu hören. Teile der Triebwerksverkleidung eines A380 der Fluggesellschaft Qantas hatten sich gelöst und waren zur Erde gefallen. Der Riesen-Airbus zog einen langen Rauchschweif hinter sich her, doch er stürzte nicht ab. Am Ende konnte die Maschine sicher landen.

Dass die Sache so glimpflich ausging - wohl kaum einer der Passagiere an Bord hatte dies gedacht. Zuerst schreckten ein Knall und ein Ruck alle auf, später wurde das ganze Ausmaß des Zwischenfalls deutlich: Die Passagiere, die am Fenster saßen, hatten das zerstörte Triebwerk während des gesamten Rückflugs vor Augen.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte sich am Triebwerk Nummer zwei der vierstrahligen Maschine der hintere Teil gelöst. Warum, das versuchen Experten der australischen Luftfahrtbehörde ATSB jetzt herauszufinden. Ermittler aus Frankreich und Großbritannien werden die Untersuchungen begleiten.

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Notgelandeter Airbus: Riesenflieger mit Triebwerksproblem
Qantas-Chef Alan Joyce sprach von einem schweren Triebwerksfehler. Das Unternehmen werde seine sechs A380 bis zur Klärung des Vorfalls am Boden lassen. "Dies war ein ernstzunehmendes Versagen eines Triebwerkes. Wir unterschätzen die Bedeutung dieser Angelegenheit nicht", sagte Joyce. Nach seinen Worten hätte die Maschine aber auch mit nur zwei Triebwerken fliegen können.

Doch wie groß war die Gefahr wirklich? Bleibt der Triebwerkskollaps ein einmaliger Aussetzer? Oder stößt die Technik beim Gigaprojekt A380 grundsätzlich an ihre Grenzen? SPIEGEL ONLINE liefert erste Antworten.

insgesamt 133 Beiträge
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Budana, 04.11.2010
1. Tanks in den Tragflächen
Beunruhigend finde ich weniger den Ausfall des Triebwerks, als die Löcher in den Tragflächen. Ich meine mich daran zu erinnern, einen Test des A-380 Triebwerks vor der Zulassung gesehen zu haben. Dort wurde, in einem laufenden Triebwerk, mittels kleiner Sprengladung eine Schaufel weggesprengt, um zu testen, ob das sich zerlegegende Triebwerk das Gehäuse durchschlägt. Die Trümmer sollten weder den Rumpf, noch die Tragflächen ernsthaft beschädigen, dazu ist das Triebwerksgehäuse entsprechend konstruiert. Wenn Trümmerteile die Tragfläche durchschlagen, kann das bei Treffer in den Tanks sehr unschön werden, siehe Concorde.
berndschlüter 04.11.2010
2. Nachbesserung erforderlich
Von Schuld kann niemand sprechen, der nicht die Ursache kennt. Große Triebwerke haben sicherlich mehr Schwingungsprobleme als kleine und werden deshalb noch sorgfältiger konstruiert. So war es auch beim Fan der ersten Jumbos, deren Schaufeln man damals noch einen energieverzehrenden Stabilisierungsring gegen Schwingungen verpassen musste. Ob ein Schwingungsbruch hier Auslöser war, lässt sich noch nicht den Meldungen entnehmen und die offiziellen Stellen gehen erst sehr spät an die Öffentlichkeit. Herunterspielen heißt erst einmal die Devise. Im schlimmsten Fall wird man alle Trentturbinen umbauen müssen. Die Flugrevue bringt jedoch schon eine genauere Meldung. Aus dem Wortlaut kann man entnehmen, dass diese Substanz hat: http://www.flugrevue.de/de/technik/technik/update-trent-900-zwischenfall-an-a380-von-qantas.33997.htm Mit bloßen Serviceanweisungen alleine wird es wohl nicht getan sein.
fc-herrenturnverein 04.11.2010
3. Alles kalter Kaffee
Zitat von sysopEin Brand im Triebwerk, ein Loch in der Tragfläche: Die Turbinenpanne des Qantas-Flugs QF32 weckt Ängste bei Flugreisenden - wie gefährlich war das Unglück wirklich? Welche Schuld trifft den Triebwerkshersteller Rolls Royce, und wie reagieren die Airlines? SPIEGEL ONLINE beantwortet wichtige Fragen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727253,00.html
Na das ist doch ein Ablenkungsmanöver. Der Deutsche Geheimdienst (Ex-KGB) hat eine Turbinenschaufel beschädigt, damit diese das Triebwerk irgendwo über dem Meer zerstört und womöglich abreisst ... und wenn man weiß, dass so ein Vogel problemlos mit 2 Triebwerken und quadratmetergroßen Löchern im Flügel heimkäme, dann ist das harmlos. Und wäre er runtergefallen, supi - man hätte einen neuen A380 verkauft und RollsRoyce eine fett mitgegeben. Aber das war unwahrscheinlich. Vermutlich hat sich der Geheimdienst zuvor auch mit der Müncher-Rück und Airbus abgestimmt, gell? Aber die Wirkung ist schon unglaublich. Seit dem 11.09. sind Flugzeuge das Sinnbild des GAUs, des Terrors usw. usw. .... schlimmer noch, als nicht Fußballweltmeister zu werden! Daher wollen Politiker die Dinger (einfach alles was fliegt und Bomben, Kritiker oder Verdachtsmomente tragen könnte) auch gerne abschießen, damit sie das drohende Chaos beherrschen. Irgendwie ein machohafter Megaphallusgedanke in frustrierten Männerpolitikerhirnen, die von Frauen regiert werden, denen seitens der Bank ein viril omnipotenter Supermann einsagt. Egal - hier wurde endlich eine perfekte Ablenkung geschaffen. Denn zwischenzeitlich hat man bei der Deutschen Bank kapiert, dass, wenn Luftfracht genauso scharf kontrolliert würde wie jeder Mallorca-Tourist, dann würde die Exportwirtschaft in D ja lahmen und die Gewinne für die DAX-Unternehmen, Banker und vorallem die Steuereinnahmen und zukünftigen Arbeitsplätze für unsere Politiker fehlten. Das geht ja gar nicht. Also neue Baustelle aufmachen, Flieger sabotieren und lustig auf den englischen Triebwerkshersteller schimpfen. Wer Unernsthaftigkeit findet darf sie behalten, aber eigentlich ist das ein glaubwürdiges Szenario. Stimmts Frau Merkel? Niemand redet über den Integrationswischiwaschiwuschiquatsch, den CSU-Grafen, der in China die Menschenrechte anspricht und sich für den Kanzlerjob warmläuft, niemand hört den Schlarmann (das fundierte Witschafts-Kritik-Phantom der kleinen Leute). Und je mehr Flugzeuge abstürzen und griechische ( hahahahahaha!) Briefbomber das Kanzerlamt bedrohen, dann übersieht die brave Republik bestimmt auch die Energierevolution pro Atom und vergisst sogar die Demo gegen den Verbrecherstaat in Stuttgart. Glänzend inszeniert. Ach ja ist eh alles voll mit Obama in allen Medien. Alle helfen tapfer mit. Goldener Herbst für Angie ... Wir hatten mal im Kommunikationswissenschaftlichen Studium ein Krisen-PR-Seminar anhand des Brent-Spar-Unglücks. Die einzig vernünftige Lösung, um Shell aus der Kritik zu bekommen war, die Inszenierung eines Unglücks gleicher tragweite aber mit Personen wie Du und ich als Opfer - ein Abschuss eines Urlaubsjumbos wäre optimal gewesen. Heute braucht es das nicht mehr. Hysterie aller Orten beim Thema Flugzeug. Ich glaube niemand mehr.
horstma 04.11.2010
4. Artikel enthält Fehler
Dieser neue Artikel ist eine Beruhigungspille. Die Gefahr eines Absturzes bestand durchaus, weil Triebwerksteile die Tragfläche durchschlagen haben. Die SPON Redakteure sollten sich die Bilder nochmal ansehen.
wakaba 04.11.2010
5. Unfall oder Zwischenfall?
Sieht aus wie ein Einschlag einer hitzesuchenden Boden-Luftrakete.
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