Probleme beim A400M Airbus-Manager tritt zurück

Nach den zahlreichen Pannen beim Militärflugzeug A400M zieht Airbus jetzt Konsequenzen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gibt der Leiter der Militär-Sparte seinen Posten auf.
Airbus-Manager Ureña-Raso: Opfer des A400M-Debakels

Airbus-Manager Ureña-Raso: Opfer des A400M-Debakels

Foto: Airbus / Christian Brinkmann

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Berlin - Jetzt hat das Debakel um das Transportflugzeug A400M beim Hersteller Airbus Defence & Space das erste Opfer gefordert. Der Leiter der Sparte Militärflugzeuge, der Spanier Domingo Ureña-Raso, hat Konzernchef Tom Enders seinen Rücktritt angeboten. Enders habe dies akzeptiert, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter des Unternehmens, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Schon zum 1. März soll sein Nachfolger Fernando Alonso die Verantwortung für diesen Posten übernehmen. Der Cheftestpilot von Airbus soll die Produktionsprobleme in den Werken lösen, die zu einer Verzögerung bei der Auslieferung des neuen Transportflugzeugs führten. "Wir entschuldigen uns bei unseren Kunden für die verzögerte Auslieferung und die geringere Leistung der Maschinen", schreibt der Vorstand von Airbus Defence & Space, Bernhard Gerwert, in seinem Mitarbeiterbrief.

Vorvergangene Woche musste Gerwert bei einem Krisentreffen mit der für Rüstungsfragen zuständigen Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium, Katrin Suder, eingestehen, dass fünf für dieses Jahr zur Auslieferung anstehende Maschinen nicht fertig werden.

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Militärtransporter A400M: Das lange Warten auf den Pannen-Airbus

Foto: Holger Hollemann/ dpa

In seiner aktuellen Ausgabe berichtete der SPIEGEL zudem über massive Qualitätsprobleme in dem Endmontagewerk im spanischen Sevilla, die den Prüfern der Bundeswehr bei der Übergabe des ersten A400M im November vergangenen Jahres aufgefallen waren.

Neben Mängeln am Flugzeug wie losen Cockpitpanelen, auslaufendem Hydrauliköl und Schimmel in der Bordküche vermerkten die Kontrolleure schlecht beschriftetes Werkzeug und mangelnde Sauberkeit im Werk: "Airbus scheint ein ernstes Problem mit seinem Verständnis von Produktqualität zu haben", so das Fazit.

Als Konsequenz aus den Zuständen in Spanien baut die Konzernleitung ihr Management um und beruft Pilar Albiac-Murillo als Verantwortlichen für die Produktion im Werk in Sevilla. Auch werde ein eigenes Aufsichtsgremium geschaffen, das darüber wachen soll, das Programm "wieder auf die Schienen zu bekommen", so Airbus-Vorstand Gerwert.

Bereits am Dienstag hatte sich Airbus-Chef Tom Enders für die Verzögerungen bei der Auslieferung des A400M entschuldigt. "Wir haben nicht die Leistung abgeliefert, die wir uns gewünscht haben, und ich muss mich dafür entschuldigen", sagte Enders bei einer Veranstaltung in London und kündigte Konsequenzen an.

Von deutscher Seite hatte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Wochenende scharfe Kritik an den Verzögerungen und Mängeln beim A400M geübt. "Hier steht weit mehr auf dem Spiel als das Image eines Industrieunternehmens, es geht um Deutschlands Verlässlichkeit in seinen Bündnissen", sagte die Ministerin dem SPIEGEL.

Im Dezember war in Deutschland mit einer Verspätung von rund vier Jahren der erste von 54 bestellten A400M eingetroffen. Das Transportflugzeug soll die in die Jahre gekommenen Transall-Maschinen der Bundeswehr ersetzen, die wegen ihres Alters und der hohen Beanspruchung zuletzt immer wieder mit Pannen am Boden geblieben waren.

Zusammengefasst: Wegen der jahrelangen Verspätung in der Auslieferung des A400M tritt der verantwortliche Manager Ureña-Raso zurück. Nachfolger wird der Cheftestpilot Alonso.

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