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07. April 2011, 16:41 Uhr

A400M-Rettung

Staaten besiegeln Milliardenhilfe für Militärtransporter

Die Finanzierung des Airbus A400M ist endgültig gesichert: Die Käuferländer haben das Rettungspaket für den umstrittenen Militärtransporter unterzeichnet - sie schießen noch einmal 3,5 Milliarden Euro zu.

Sevilla - Jahrelang wurde gestritten und gefeilscht, nun haben sich die sieben Käuferländer des Airbus A400M endgültig auf die Finanzierung des Militärtransporters geeinigt. Sie unterzeichneten am Donnerstag einen entsprechenden Vertrag in Sevilla, wo das Flugzeug auch produziert wird. Demnach tragen die Bestellerstaaten 3,5 Milliarden Euro der insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro Mehrkosten. Die Airbus-Mutter EADS schießt die restlichen 1,8 Milliarden Euro zu.

Bereits im März des vergangenen Jahres hatten sich Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und die Türkei auf diese Regelung geeinigt - allerdings wurde bei dem größten europäischen Rüstungsprojekt schon mehrfach ein vermeintlicher Durchbruch verkündet. Missmanagement und technische Probleme hatten zu jahrelangen Verzögerungen und Mehrkosten in Milliardenhöhe geführt. Mit der Unterschrift unter dem neuen Abkommen bewahren die Staaten das Projekt nun vor dem Scheitern.

"Es ist erfreulich, dass die erforderliche Vertrags- und Preisanpassung jetzt endlich unter Dach und Fach ist", sagte Airbus-Chef Thomas Enders und sprach von einem langen und harten Ringen, das der Einigung vorausgegangen sei. Der A400M sei jedoch "immer noch die mit Abstand beste und günstigste Lösung für die europäischen Luftwaffen".

Insgesamt werden die Käuferstaaten dem EADS mindestens 170 Maschinen abnehmen. Die Bundesregierung wird 53 Flugzeuge kaufen, davon aber nur 40 der Luftwaffe zur Verfügung stellen, wo sie die jahrzehntealten Transportflugzeuge vom Typ C-160 "Transall" ablösen. Die restlichen 13 Maschinen sollen aus Kostengründen an andere Länder weiterverkauft werden. Frankreich nimmt 50 Transporter, Großbritannien 22.

Frankreich werde zum Jahreswechsel 2012/2013 die ersten A400M - eine stark reduzierte Basisversion - erhalten, erklärte EADS am Donnerstag. Im Laufe des Jahres 2013 sollen dann die Bundeswehr und die britische Armee beliefert werden. Ursprünglich sollte der Militärtransporter bereits im Jahr 2010 voll einsetzbar sein. Seinen Jungfernflug hatte der A400M im Dezember 2009.

fdi/dpa/dapd/Reuters/AFP

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