A400M-Rettung Staaten besiegeln Milliardenhilfe für Militärtransporter

Die Finanzierung des Airbus A400M ist endgültig gesichert: Die Käuferländer haben das Rettungspaket für den umstrittenen Militärtransporter unterzeichnet - sie schießen noch einmal 3,5 Milliarden Euro zu.

Airbus A400M: Die Finanzierung für den Flieger steht nun
dpa

Airbus A400M: Die Finanzierung für den Flieger steht nun


Sevilla - Jahrelang wurde gestritten und gefeilscht, nun haben sich die sieben Käuferländer des Airbus A400M endgültig auf die Finanzierung des Militärtransporters geeinigt. Sie unterzeichneten am Donnerstag einen entsprechenden Vertrag in Sevilla, wo das Flugzeug auch produziert wird. Demnach tragen die Bestellerstaaten 3,5 Milliarden Euro der insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro Mehrkosten. Die Airbus-Mutter EADS schießt die restlichen 1,8 Milliarden Euro zu.

Bereits im März des vergangenen Jahres hatten sich Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und die Türkei auf diese Regelung geeinigt - allerdings wurde bei dem größten europäischen Rüstungsprojekt schon mehrfach ein vermeintlicher Durchbruch verkündet. Missmanagement und technische Probleme hatten zu jahrelangen Verzögerungen und Mehrkosten in Milliardenhöhe geführt. Mit der Unterschrift unter dem neuen Abkommen bewahren die Staaten das Projekt nun vor dem Scheitern.

"Es ist erfreulich, dass die erforderliche Vertrags- und Preisanpassung jetzt endlich unter Dach und Fach ist", sagte Airbus-Chef Thomas Enders und sprach von einem langen und harten Ringen, das der Einigung vorausgegangen sei. Der A400M sei jedoch "immer noch die mit Abstand beste und günstigste Lösung für die europäischen Luftwaffen".

Insgesamt werden die Käuferstaaten dem EADS Chart zeigen mindestens 170 Maschinen abnehmen. Die Bundesregierung wird 53 Flugzeuge kaufen, davon aber nur 40 der Luftwaffe zur Verfügung stellen, wo sie die jahrzehntealten Transportflugzeuge vom Typ C-160 "Transall" ablösen. Die restlichen 13 Maschinen sollen aus Kostengründen an andere Länder weiterverkauft werden. Frankreich nimmt 50 Transporter, Großbritannien 22.

Frankreich werde zum Jahreswechsel 2012/2013 die ersten A400M - eine stark reduzierte Basisversion - erhalten, erklärte EADS am Donnerstag. Im Laufe des Jahres 2013 sollen dann die Bundeswehr und die britische Armee beliefert werden. Ursprünglich sollte der Militärtransporter bereits im Jahr 2010 voll einsetzbar sein. Seinen Jungfernflug hatte der A400M im Dezember 2009.

fdi/dpa/dapd/Reuters/AFP

insgesamt 15 Beiträge
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Michael Giertz, 07.04.2011
1. Wir ham's ja
Zitat von sysopDie Finanzierung des Airbus A400M ist endgültig*gesichert: Die Käuferländer haben*das Rettungspaket für den umstrittenen Militärtransporter unterzeichnet - sie schießen noch einmal 3,5 Milliarden Euro zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,755696,00.html
Bankenrettungspakete, Rettungsfonds, Griechenlandrettung, ... Wenn Airbus nicht in der Lage ist, den A400M zu den veranschlagten Kosten zu entwickeln und zu fertigen, dann sollte die "Kundschaft" auch nicht einspringen. Wo kämen wir hin, wenn der Bäckerkunde dem Bäckermeister erstmal 50 Cent für sein 1-Euro-Brot in die Hand drücken muss, damit der das Brot backen und am Ende für 1,- Euro an besagten Kunden verkaufen kann (das Brot kostet dann 1,50 statt 1,- Euro!) Hier wurde falsch kalkuliert - oder es wurde das Geld, welches eigentlich für den A400M verwendet werden sollte, andersweitig verblasen. Zum Beispiel für Vorstandsgehälter ...
Rockaxe 07.04.2011
2. Im Prinzip
Zustimmung, aber wenn man andererseits sieht das zum Beispiel der französische Staat mindestens 15% an EADS hält... ► http://de.wikipedia.org/wiki/EADS dann können doch auch mal anfangen die Ohren zu klingeln....^^
jolip 07.04.2011
3. Schenkung
Zitat von sysopDie Finanzierung des Airbus A400M ist endgültig*gesichert: Die Käuferländer haben*das Rettungspaket für den umstrittenen Militärtransporter unterzeichnet - sie schießen noch einmal 3,5 Milliarden Euro zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,755696,00.html
Hat unser netter Herr zu Guttenberg nicht gerade 1,5 Milliarden Euro an EADS verschenkt?
RaMaDa 07.04.2011
4. Pfeifenspiel
Was sitzen da eigentlich für Pfeifen bei EADS? Sind die wirklich so blöd oder ist da Kalkül hinter? Noch blöder sind die Politiker, die dieses Spiel mitmachen - oder doch nicht? Ich vergaß, es gibt auch noch ein Leben nach der Politik.... Kein Unternehmern mit Hirn würde sich jemals derart bei der Projektkalkulation verhauen - und wenn doch, dann genau einmal.
maximilianST 07.04.2011
5. Immer das selbe
Überall wird gespart. Die Steuern müssen rauf, die Sozialleistungen runter. "Wir haben als Gesellschaft zu lange über unsere Verhältnisse gelebt, jetzt müssen wir die Schulden abbauen." heißt es dann. Und dann werden mal ein paar Milliarden an Griechenland, einige an Irland und Protugal, ein paar Milliarden an solche Wirtschaftsfirmen usw. verschenkt. "Deutschland kann diese Zusätzlichen Ausgaben verkraften" heißt es dann. Inzwischen müssen immer mehr Menschen an immer mehr Stellen sparen. Die Unternehmen haben weniger Kundschaft und die Lohnnebenkosten steigen und steigen. Die Unternehmer wissen nicht mehr weiter und entlassen wiederrum Mitarbeiter. Die zu weniger Steuereinnahmen und mehr Sozialausgaben führen. Und in ein paar Jahren kommt das nächste "Sparpaket". Wenn das so weitergeht wird man Deutschland und auch andere EU-Staaten noch zu Schwellenländern herunter-wirtschaften.
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