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16. Februar 2014, 13:59 Uhr

Höhere Abfindung

Ex-Siemens-Chef Löscher erhält bis zu 30 Millionen Euro

Der ehemalige Siemens-Chef Peter Löscher kann mit einer noch höheren Abfindung rechnen: Laut SPIEGEL-Informationen liegt die tatsächliche Summe bei bis zu 30 Millionen Euro - und ist damit fast doppelt so hoch wie bisher bekannt. Grund sind kulante Aktienzusagen des Konzerns.

Hamburg - Schon die erste bekannte Summe sorgte für Kritik, doch die tatsächliche Abfindung ist noch viel höher: Laut Informationen des SPIEGEL erhält der ehemalige Siemens-Chef Peter Löscher bis zu 30 Millionen Euro.

Löscher war im vergangenen Sommer vorzeitig aus dem Technologiekonzern ausgeschieden. Bereits auf der Hauptversammlung Ende Januar musste Aufsichtsratschef Gerhard Cromme heftige Kritik einstecken, weil er seinem einstigen Wunschkandidaten zum Abschied laut Geschäftsbericht gut 17 Millionen Euro Abfindung bewilligt hatte.

Dass die tatsächliche Summe noch deutlich höher ist, erklärt sich durch Aktienzusagen, die der Konzern Löscher eingeräumt hat - also Anrechte auf den Gratisbezug von Siemens-Anteilscheinen. Löscher hatte zum Zeitpunkt seines Abgangs insgesamt rund 132.000 derartige Aktienzusagen angesammelt, im Gesamtwert von knapp 13 Millionen Euro. Sie wären nach den geltenden Vergütungsrichtlinien eigentlich verfallen.

Bei Löscher und einem weiteren ausgeschiedenen Vorstandsmitglied blieben sie jedoch aus Kulanzgründen erhalten. Im Gegenzug sicherte er zu, bis Herbst 2015 bei keinem direkten Siemens-Wettbewerber anzuheuern. Gut ein Drittel der Bezugsscheine durfte der Ex-Konzernchef im vergangenen November schon einlösen.

Ob er ab 2015 auch die zweite und dritte Tranche in Anspruch nehmen kann, hängt vor allem vom Erfolg seines Nachfolgers Joe Kaeser ab. Der muss bestimmte Vorgaben bei Umsatz, Gewinn oder Rendite erreichen, damit Löscher die Aktien zugeteilt werden.

Nach zwei Gewinnwarnungen in Folge und einem Machtkampf hatte Löscher seinen Posten Ende Juli 2013 geräumt. Sein Vertrag wäre eigentlich noch bis 2017 gelaufen. Seither führt Kaeser Deutschlands größten Elektrokonzern.

In Zukunft will Siemens mit neuen Höchstgrenzen für die Vorstandsgehälter die Regeln zur guten Unternehmensführung ("Corporate Governance") umsetzen. Nach einer Beispielrechnung im Geschäftsbericht würde sich etwa für die Vergütung des neuen Konzernchefs Kaeser eine absolute Obergrenze von derzeit 9,5 Millionen Euro ergeben. Schon bisher gab es im Siemens-Vergütungssystem Begrenzungen, die aber die künftige Aktienkursentwicklung noch nicht einbezogen.

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