Abgasaffäre Volkswagen darf manipulierte Autos in den USA nachrüsten

Erleichterung bei VW: Der Konzern darf in den USA illegale Abgassoftware in Dieselwagen beseitigen. Bei der Abmachung mit den Umweltbehörden geht es um viel Geld.

VW-Dieselautos in den USA (Symbolbild)
imago/ZUMA Press

VW-Dieselautos in den USA (Symbolbild)


Volkswagen (VW) kann in den USA weitere vom Dieselskandal betroffene Autos umrüsten - dadurch könnte der Konzern viel Geld sparen. Die Umweltbehörden der US-Regierung und Kaliforniens genehmigten am Donnerstag Pläne zur Beseitigung illegaler Abgassoftware in rund 326.000 Dieselwagen.

VW zeigte sich erleichtert und bezeichnete die Entscheidung als Meilenstein. In dem Deal mit den Behörden geht um Autos der Modelljahre 2009 bis 2014 mit 2,0-Liter-Motoren. Laut dem Unternehmen deckt die Abmachung 98 Prozent der in den USA verkauften Autos mit 2,0-Liter-Motoren ab.

Bei Vergleichen mit US-Kunden musste der Konzern sich zu Rückkaufsangeboten für die Fahrzeuge verpflichten. Nun hofft VW, nach der Reparatur einen Teil der Autos wieder verkaufen zu können.

Ein Weiterverkauf könnte 1,8 Milliarden Euro einbringen

Bislang gibt es zwar nur grünes Licht für die Umrüstung, doch bei zahlreichen neueren Dieselwagen mit Täuschungsprogrammen hatten die US-Behörden wenig später die Erlaubnis zum Wiederverkauf gegeben.

Ein Weiterverkauf derzeit stillgelegter Diesel in den USA könnte dem Konzern 1,8 Milliarden Euro einbringen. Die Zahl nannte VW-Finanzchef Frank Witter bei einer Telefonkonferenz mit Investoren.

Das wäre durchaus eine spürbare Entlastung, auch wenn der Konzern insgesamt bereits 22,6 Milliarden Euro für Rechtskosten im Zusammenhang mit der Abgasaffäre verbucht hat.

Zudem droht Volkswagen in Europa und den USA weiterer Ärger, nachdem der SPIEGEL langjährige Absprachen in zahlreichen technischen Fragen zwischen Daimler, BMW, Porsche, Audi und Volkswagen enthüllt hatte. Durch das Kartell hatten die Autokonzerne die Basis für den Dieselskandal gelegt.

Hendricks droht mit Fahrverboten

Schon am Donnerstag hatte Volkswagen Abgas-Nachbesserungen bei Modellen von Seat, Skoda, Audi und VW angekündigt. So sollen Emissionen reduziert werden. Betroffen seien rund 650.000 Dieselautos, sagte ein Unternehmenssprecher dem SPIEGEL.

Es handle sich um eine freiwillige Servicemaßnahme und sei für die Besitzer nicht verpflichtend. Geplant sind Software-Updates. In Deutschland geht es den Autokonzernen vor allem darum, durch die Nachrüstaktion Fahrverbote für Dieselautos in Innenstädten zu vermeiden.

Zuletzt hatte Bundesumweltministerin Hendricks vor einem Besuch bei VW mit Fahrverboten gedroht: Wenn die Grenzwerte für Stickoxide weiter überschritten würden, würden Fahrverbote notwendig - auch wenn sie das letzte Mittel seien, sagte die SPD-Politikerin.

slü/dpa/Reuters



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