Abgasskandal 69 Autobesitzer klagen gegen Volkswagen

Allein in Deutschland baute Volkswagen seine Schummelsoftware in 2,4 Millionen Fahrzeugen ein. Bislang haben deswegen 69 Autobesitzer Klage gegen den Konzern eingereicht.

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Im Rahmen des Abgasskandals haben bislang 69 Besitzer von VW-Modellen Klage am Landgericht Braunschweig eingereicht. Sie würden entweder den jeweiligen Verkäufer des Fahrzeugs - ein Autohaus oder die Volkswagen AG - auf Rückabwicklung des Kaufvertrags oder den Konzern als Hersteller auf Schadensersatz verklagen, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Hinzu kommen bisher 350 Klagen von Kapitalanlegern. Die Investoren verklagen den Autobauer auf Schadensersatz, weil dieser den Aktienmarkt zu spät über die möglichen finanziellen Konsequenzen der millionenfachen Manipulationen von Dieseln informiert haben soll. VW hatte dies zurückgewiesen. Der Kurs der Aktie war nach dem Bekanntwerden der Abgasaffäre im Herbst vorigen Jahres zunächst stark eingebrochen.

Während die Schadensersatzklagen der Kapitalanleger alle gebündelt in Braunschweig verhandelt werden sollen, können Autobesitzer ihre Verfahren auch an anderen Gerichten einreichen.

Am kommenden Dienstag findet in Braunschweig die mündliche Verhandlung im Prozess eines Autobesitzers gegen VW als Verkäufer statt. Für den Oktober sind bisher sechs weitere Termine eingeplant.

In etlichen Fällen hatten Autobesitzer bisher allerdings keinen Erfolg mit Klagen. Das hängt damit zusammen, dass nach derzeitiger Rechtsprechung die Käufer ihren Wagen nur innerhalb der zweijährigen Gewährleistungspflicht zurückgeben können. Die Betrugssoftware wurde aber auch schon 2009 eingesetzt. Allein in Deutschland wurde die Schummelsoftware in 2,4 Millionen Fahrzeugen eingebaut.

msc/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Jens.Daniel 09.09.2016
1.
Wieviele von 2,4 Millionen Autobesitzern klagen also? Doch ganze 69? Wer bislang noch Fragen hatte über die tatsächliche Priorität von Thema CO² in Deutschland - hier ist die Antwort...
phonesmoke 09.09.2016
2. Schummelsoftware?
Das ist keine Schummelsoftware, das ist Betrugssoftware! Wann hört Ihr endlich mit dieser Verharmlosung auf?
nicht_pflegeleicht 09.09.2016
3. @ jens.daniel, #1:
Die 69 Kläger genießen meine ganze Hochachtung, weil in einem Land wie dem unseren mit seinen lausigen Verbraucherschutzgesetzen eine gehörige Portion Mut gehört, seine (berechtigten) Ansprüche gegen einen betrügerischen Großkonzern trotz der erheblichen finanziellen Risiken gerichtlich geltend zu machen. Mein Chef hingegen geht nicht diesen Weg, sondern hat sich bei der Neuanschaffung eines Geschäfts- und eines Privatwagens entgegen der ursprünglichen Absicht zwei Volkswagen anzuschaffen, einfach für eine andere Marke entschieden. Übrigens: Bei der Diesel - Betrugsaffäre geht es nicht um das vergleichsweise harmlose CO2, sondern um sich in der Lunge zu Salpetersäure umwandelnde Stickoxide - ein ganz anderes Kaliber.
notbehelf 09.09.2016
4. Jens,
Zitat von Jens.DanielWieviele von 2,4 Millionen Autobesitzern klagen also? Doch ganze 69? Wer bislang noch Fragen hatte über die tatsächliche Priorität von Thema CO² in Deutschland - hier ist die Antwort...
Mal davon abgesehen, dass das Thema nicht Prio 1 hat: warum soll ich denn klagen, wenn es keine Aussicht auf Erfolg hat, weil mein VW älter als 2Jahre ist? (Zitat) "In etlichen Fällen hatten Autobesitzer bisher allerdings keinen Erfolg mit Klagen. Das hängt damit zusammen, dass nach derzeitiger Rechtsprechung die Käufer ihren Wagen nur innerhalb der zweijährigen Gewährleistungspflicht zurückgeben können"
Findus_1 09.09.2016
5.
Zitat von Jens.DanielWieviele von 2,4 Millionen Autobesitzern klagen also? Doch ganze 69? Wer bislang noch Fragen hatte über die tatsächliche Priorität von Thema CO² in Deutschland - hier ist die Antwort...
Ihre Beweisführung ist grandios. Weil nur 69 Kläger bekannt sind, soll also das Thema CO2 in Deutschland niemanden interessieren? Gehts noch? Es ist doch einzig und allein den hohen Hürden für einen Klageerfolg zu verdanken, dass es nur so viele Klagen gibt. Und zusätzlich natürlich die bei den meisten Fahrzeugen abgelaufene Verjährungsfrist. Deshalb bleibt den meisten Besitzern keine Möglichkeit ohne den Werkstattbesuch (Maßnahme zur Behebung) gegen den Konzern anzugehen. Erweisen sich die Maßnahmen jedoch als nicht ausreichend oder treten unerwünschte Nebeneffekte auf, dann haben die Besitzer la eine von VW bereits zugesicherte Gewährleistung. Das wird den allermeisten Besitzern wohl zunächst genügen müssen. Und was hat das jetzt mit CO2 zu tun? BTW, es geht im Abgasskandal überhaupt nicht um CO2, sondern um NoX.
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