Bericht über Motorenentwickler Verhafteter Audi-Manager will aussagen

Giovanni P. warb für den "saubersten Diesel der Welt" und sitzt in U-Haft: Bei der Aufklärung des Abgasskandals bei der VW-Tochter will der Audi-Manager nun offenbar mit den Ermittlern kooperieren.

Audi-Fahrzeuge (Archiv)
REUTERS

Audi-Fahrzeuge (Archiv)


Der seit vergangener Woche wegen der Abgasaffäre inhaftierte Audi-Manager Giovanni P. will offenbar mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Sein Anwalt Walter Lechner sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Mein Mandant sagt aus. Er kooperiert mit der Staatsanwaltschaft, um seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts zu leisten." P. war einer der führenden Motorenentwickler bei der Volkswagen-Tochter.

Die Staatsanwaltschaft München II wirft dem seit 2015 beurlaubten Manager nach SPIEGEL-Informationen Betrug und unlautere Werbung vor. Wegen des gleichen Tatvorwurfs ermittelt die Behörde inzwischen gegen mehrere namentlich bekannte Manager. Die Anklage hat laut "SZ" zudem Erkenntnisse, dass P. dazu beigetragen hat, die amerikanischen Umweltbehörden jahrelang mit manipulierten Schadstoffwerten über den wahren Abgasausstoß von Diesel-Fahrzeugen zu täuschen. In einem Werbeclip hatte er zudem für den "saubersten Diesel der Welt" geworben. (Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Giovanni P.s Anwalt sieht die Verantwortung dafür aber nicht bei seinem Mandanten. "Fest steht jedenfalls, dass mein Mandant nicht die unternehmenspolitische Entscheidung hierfür treffen konnte und auch nicht getroffen hat." Erst am Wochenende hatte die "Bild am Sonntag" berichtet, dass der frühere Chef der Konzernmutter Volkswagen Chart zeigen, Martin Winterkorn, mehrere Monate vor Bekanntwerden des Diesel-Skandals um die Manipulationen gewusst haben soll.

P. war im Zuge des Skandals in den USA ins Visier der dortigen Ermittler geraten. Audi Chart zeigen hatte ihn daraufhin beurlaubt. Auch die US-Justiz hat Strafanzeige gegen P. beim zuständigen Gericht in Detroit im US-Bundesstaat Michigan gestellt. Sie wirft ihm Verschwörung zum Betrug und Verstöße gegen US-Umweltrecht vor.

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal ermitteln in Deutschland gleich mehrere Staatsanwaltschaften - gegen Verantwortliche bei Daimler, Volkswagen und Audi. Deutsche Konzerne stehen auch nach wie vor im Visier der US-Ermittler. Zuletzt wurde bekannt, dass die USA internationale Haftbefehle gegen mehrere ehemalige VW-Manager beantragt hat. Bereits im Frühjahr hatten US-Behörden den VW-Manager Oliver Schmid nach einem Urlaub in Miami festgenommen.

apr/dpa

insgesamt 31 Beiträge
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Findus_1 10.07.2017
1. und im Konzern...
...fängt jetzt das große Zittern an.
derhey 10.07.2017
2.
Zitat von Findus_1...fängt jetzt das große Zittern an.
nein, die Herren sind gut vernetzt.
spon-1300967153469 10.07.2017
3. geht doch
Langsam wird es für die frühere Spitze eng. Bin gespannt, ob Herr WK seine Anschrift auch noch wechseln muß.
Sixpack, Joe 10.07.2017
4. Da hatte gerade das große Jubeln im Konzern angefangen...
Wir haben es nicht gewusst! Dieser Italiener hat uns alle vorgetäuscht und alles eigenständig programmiert, ohne dass es uns bekannt war...
nic 10.07.2017
5.
Zitat von Findus_1...fängt jetzt das große Zittern an.
In Deutschland wohl nicht. Die Politik wird es richten und dann gibt es eine große Geburtstagsparty mit Merkel im Kanzleramt. Nennt sich Korruption.
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