Abgasskandal Bosch muss sich US-Sammelklage stellen

Autozulieferer Bosch wird den Skandal um manipulierte Abgaswerte nicht los: Ein US-Gericht hat eine Klageabweisung des Konzerns in allen Punkten abgelehnt. Nun drohen weitere Vergleichszahlungen.
Bosch-Logo in Reutlingen

Bosch-Logo in Reutlingen

Foto: Michaela Rehle/ REUTERS

Der Autozulieferer Bosch muss sich einer US-Sammelklage von VW-Händlern wegen angeblicher Mitschuld im Abgasskandal stellen. Einen Antrag auf Klageabweisung wies der zuständige Richter Charles Breyer in einer Verfügung in allen Punkten ab. Die Klage sei begründet, die Argumente von Bosch überzeugten nicht, entschied das Gericht. Der Stuttgarter Firma wird Verschwörung zum Abgas-Betrug vorgeworfen. Bosch weist dies zurück.

Konkret geht es darum, dass Bosch Volkswagen Software lieferte, die in großem Stil zur Manipulation von Abgaswerten bei Dieselwagen genutzt wurde. Gestritten wird darum, ob und inwieweit der Zulieferer über den Betrug informiert und beteiligt war. Sollten die Anwälte hinter der Klage im Namen von rund 650 US-Autohändlern beweisen können, dass Bosch wissentlich mitgemacht hat, drohen hohe Strafen.

Mit anderen Sammelklägern in den USA hatte Bosch bereits einen Vergleich über 327,5 Millionen Dollar geschlossen. VW hatte die Klage der US-Händler schon mit Entschädigungszahlungen von über 1,6 Milliarden Dollar beigelegt. Insgesamt haben die Wolfsburger für Vergleiche im Abgasskandal mehr als 25 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht.

bam/dpa
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