Dieselaffäre Daimler muss 870 Millionen Euro Strafe zahlen

Daimler hat bei Fahrzeugen der E- und C-Klasse illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein hohes Bußgeld verhängt.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen Daimler wegen illegaler Abschalteinrichtungen ein hohes Bußgeld verhängt
DPA

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen Daimler wegen illegaler Abschalteinrichtungen ein hohes Bußgeld verhängt


Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat im Zuge des Dieselskandals gegen den Autobauer Daimler ein Bußgeld in Höhe von 870 Millionen Euro erlassen. Grund ist eine fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht in einer mit der Fahrzeugzertifizierung befassten Abteilung, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Ergebnisprognose des Konzerns bleibe unverändert, hieß es.

Der SPIEGEL hatte im August über den Vorgang und die Höhe der erwarteten Strafzahlung berichtet. Auslöser der Ermittlungen waren Kontrollen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) gewesen, bei denen eine Reihe illegaler Abschalteinrichtungen in der Software unter anderem von Modellen der E- und C-Klasse entdeckt und Rückrufe angeordnet wurden. Die Software sorgte nach Ansicht der Flensburger Kontrolleure dafür, dass die Abgase auf dem Prüfstand deutlich effizienter gereinigt wurden als im Straßenverkehr. Daimler hatte den Standpunkt vertreten, das Konzernvorgehen sei legal gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Daimler-Mitarbeiter wegen Betrugsverdachts ermittelt. Die Bestimmungen sehen Summen von bis zu 5000 Euro pro betroffenem Auto vor. 280.000 Wagen wurden in Deutschland zurückgerufen.

beb/dpa



insgesamt 31 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
exHotelmanager 24.09.2019
1. Und die Käufer gehen leer aus
ein mieser Deal zu Lasten des Bürgers.
stiller-denker 24.09.2019
2. Warum muss Daimler nicht die volle Strafe zahlen?
1,4 Mrd. € wäre die volle Strafe gewesen, warum nur 870 Mio. €. Das ganze Verfahren wurde von Daimler ewig verzögert, es gab keinerlei Schuldeingeständnis oder aktive Mitarbeit und es sind immer noch weitere Fahrzeuge unter Verdacht. Warum also nur 62 Prozent der möglichen Strafe? --- Soll ich bei meinem nächsten Knöllchen über 30 € für falsch Parken auch mal nur 18,60 € bezahlen? Das würde für mich wohl mit einer Parkkralle und Pfändung enden.
marcnu, 24.09.2019
3. Solange auch die neuen Modelle mit Plastik-Kotflügel gekauft werden,
wird das aus der Portokasse bezahlt. Beim Fake-Doppelauspuff hat das auch funktioniert.
dirkcoe 24.09.2019
4. Völlig zu Recht
würde diese Strafe verhängt - Betrug am Kunden kann nicht den Gewinn mehren, aber keine Konsequenzen haben.
mhuz 24.09.2019
5.
Deshalb muß Daimler auf einmal so sparen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.