Abgasskandal Ex-VW-Manager in Kroatien festgenommen

US-Ermittler haben laut einem Medienbericht einen Ex-Manager und Dieselmotorenentwickler von Volkswagen in Kroatien aufgespürt. Der Mann wurde wegen seiner möglichen Mitschuld im Dieselskandal inhaftiert.
Das VW-Logo von Volkswagen

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Julian Stratenschulte/ DPA

Ein früherer VW-Manager ist in Kroatien festgenommen worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa kam der Mann wegen einer möglichen Beteiligung am Abgasskandal bei Volkswagen in Haft.

Das "Handelsblatt" berichtete zuvor, US-Ermittler hätten den früheren Dieselmotorenentwickler der VW-Tochter Audi aufgespürt. Gegen ihn und andere frühere Führungskräfte hätten die US-Behörden offenbar schon vor Monaten einen internationalen Haftbefehl erlassen. Weder Volkswagen noch Audi äußerten sich zu dem Bericht.

Dem Bericht zufolge sehen die Ermittler in dem ehemaligen VW-Manager einen Verantwortlichen für den Betrug bei der Konzerntochter Audi. Dem Ex-Manager soll die Auslieferung in die USA drohen.

Hohe Strafe für Ex-Manager

Vor gut zwei Jahren war der VW-Manager Oliver Schmidt auf dem Weg in den Urlaub von US-Fahndern am Flughafen von Miami verhaftet worden. Er sitzt wegen Verschwörung zum Betrug eine siebenjährige Freiheitsstrafe in den USA ab. Seine Festnahme gilt für andere Manager, die von US-Behörden wegen des Abgasskandals gesucht werden, als Mahnung, nicht ins Ausland zu reisen. Zum Kreis der Gesuchten gehört auch der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn.

VW hatte im September 2015 Abgasmanipulationen in großem Stil eingeräumt. Der Skandal hat den Konzern bislang mehr als 30 Milliarden Euro gekostet - der größte Teil davon entfiel auf Strafen und Entschädigungen in den USA.

hej/dpa/Reuters
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