Dieselskandal FBI hat VW-Manager verhaftet

Laut einem Bericht der "New York Times" haben Beamte der US-Bundespolizei FBI einen Manager des VW-Konzerns verhaftet. Der Vorwurf: Er sei eine Schlüsselfigur im VW-Abgasskandal.

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Im VW-Dieselskandal hat die US-Bundespolizei FBI laut einem Bericht der "New York Times" einen Manager des Autokonzerns in den USA festgenommen. Er sei am Sonntag in Florida festgenommen worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf zwei anonyme Quellen.

Grundlage seien Klagen der Bundesstaaten New York und Massachusetts. Darin sei die Rede davon, der Manager habe eine "Schlüsselrolle" bei den Bemühungen gespielt, die Softwaremanipulationen in Dieselautos vor den Behörden zu verbergen.

Volkswagen Chart zeigen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Dadurch wurden bei Tests deutlich niedrigere Werte an gesundheitsschädlichen Stickoxiden angezeigt. Tatsächlich lag der Ausstoß aber bis zu 40-mal so hoch wie erlaubt.

Der festgenommene Manager war laut Bericht der "New York Times" von 2014 bis März 2015 für die Umsetzung staatlicher Vorschriften in den USA zuständig. Er werde am Montag dem Haftrichter vorgeführt.

Volkswagen hatte gegenüber den US-Behörden lange geleugnet, die Stickoxidwerte von Dieselautos durch eine spezielle Software manipuliert zu haben. Diese sorgt dafür, dass Autos Abgaswerte nur auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber im Verkehr auf der Straße. Erst im September 2015 hatte der Konzern dies auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben. Der verhaftete Manager soll dem Zeitungsbericht zufolge Ende 2014 falsche technische Erklärungen gegenüber den Behörden abgegeben haben, ehe er knapp ein Jahr später den Betrug einräumte.

VW steht ebenfalls laut "New York Times" kurz vor einem Milliardenvergleich mit dem US-Justizministerium. Die Einigung wird demnach vielleicht schon diese Woche verkündet.

In mehreren Zivilverfahren in den USA hat Volkswagen bereits Entschädigungssummen ausgehandelt. So muss der Wolfsburger Konzern insgesamt 14,7 Milliarden Dollar zahlen, um von Besitzern rund 480.000 Wagen mit 2,0-Liter-Dieselmotoren zurückzukaufen oder sie umzurüsten.

In einem weiteren Zivilverfahren handelte VW einen Vergleich mit den Besitzern von rund 80.000 Dieselautos mit Drei-Liter-Motoren im Umfang von einer Milliarde Dollar aus. Die Einigung muss aber noch von einem Richter gebilligt werden. Für die Kosten zur Aufarbeitung des Skandals hat Volkswagen 18 Milliarden Euro zur Seite gelegt.

beb/AFP



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susuki 09.01.2017
1.
So haben die Amis eine bedeutende Schweizer Bank niedergemacht. Einige führende Manager ein par Wochen auf Rikers-Island und die Gefngnis-ungewohnte Manager klappen ein und gestehen alles. Die komplette Abwicklung der Bank dauerte 6 Monate. VW ist in 12 Monaten Geschichte
Lei Ming 09.01.2017
2. Müller und die Detroit Auto Show 2017
Warum besucht VW Chef Müller wohl die Detroit Auto Show 2017 vom 08. bis zum 22. Januar nicht?
nofreemen 09.01.2017
3. VW Provokationen
VW habe 18 Milliarden Rückstellungen für Klagen zur Seite gelegt. Auf dem Papier oder gibts dafür einen bewachten Bunker? Bitte mehr Infos darüber. Wie läuft das ab. Und wie kann es sein, dass diese Leute (angehende Verurteilte) frisch und fröhlich in Florida herumspazieren gehen.
JerryKraut 09.01.2017
4. Winterkorn
kriegt 3100 Euro Rente - am Tag! Damit kann er sich schöne Reisen leisten. Nur in die USA würde ich an seiner Stelle nicht fliegen.
dani216 09.01.2017
5. Es ist doch eigentlich nicht ungewöhnlich, dass bei
Betrug jemand festgenommen wird. Es ist doch eher ungewöhnlich, dass bei so viel Betrug so wenig festgenommen wird.
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