Abgasskandal US-Justiz nimmt Fiat-Chrysler-Manager fest

Der Mann soll Behörden, Kunden und die Öffentlichkeit über den wahren Schadstoffausstoß von Dieselwagen getäuscht haben: Deshalb wurde in den USA nun ein Manager von Fiat Chrysler festgenommen.
Fiat Chrysler musste rund 800 Millionen Euro Strafe zahlen

Fiat Chrysler musste rund 800 Millionen Euro Strafe zahlen

Foto: Brendan McDermid/REUTERS

Im Abgasskandal des Autobauers Fiat Chrysler ist in den USA erstmals ein beschuldigter Manager festgenommen worden. Dem Mann wird vorgeworfen, Teil einer Verschwörung zur Täuschung von Behörden, Kunden und der Öffentlichkeit über den wahren Schadstoffausstoß von Dieselwagen gewesen zu sein. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor.

Einem Justizsprecher zufolge wurde der Manager in seinem Wohnhaus in Bloomfield Hills im Bundesstaat Michigan festgenommen. Er soll noch im Laufe des Tages der zuständigen Richterin vorgeführt werden.

Der Beschuldigte soll ab 2007 zunächst in einer führenden Position bei einer Tochterfirma von Fiat Chrysler und dann beim italienisch-amerikanischen Autokonzern für Dieseltechnik zuständig gewesen sein. Ihm werden laut Anklage unter anderem Verstöße gegen das Luftreinhaltungsgesetz, Betrug und Falschangaben gegenüber Aufsichtsbehörden zur Last gelegt.

Fiat Chrysler wurde von den US-Behörden beschuldigt, Abgaswerte von Dieselwagen mit einer speziellen Software ("Defeat Device") manipuliert zu haben. Der Konzern stritt dies zwar ab, akzeptierte im Januar aber einen insgesamt rund 800 Millionen Dollar teuren Vergleich, um Klagen der US-Regierung und zahlreicher Autobesitzer beizulegen. Im April akzeptierte Fiat Chrysler in einem weiteren Verfahren eine Zahlung in Höhe von 110 Millionen Dollar.

Der Fall erinnert an das Vorgehen der US-Strafverfolger im "Dieselgate"-Skandal des deutschen Autoriesen Volkswagen. Anfang 2017 war ein früherer VW-Manager wegen ähnlicher Vorwürfe verhaftet und später zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden.

hba/dpa