Haft in den USA Ex-VW-Manager Schmidt will nach Deutschland überstellt werden

Der in den USA inhaftierte ehemalige VW-Manager Oliver Schmidt hat nach SPIEGEL-Informationen die Überstellung nach Deutschland beantragt. Doch ein mächtiger Anwalt will das verhindern.
Oliver Schmidt

Oliver Schmidt

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REUTERS/Courtesy of Broward County Sheriffs Office

Der ehemalige VW-Manager Oliver Schmidt will zurück nach Deutschland. Schmidt war im Dezember vergangenen Jahres von einem Gericht in Detroit wegen Betrugs zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 400.000 Dollar verurteilt worden. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Ex-Manager die Überstellung in die Heimat beantragt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Schmidt war bis 2015 bei Volkswagen in Amerika für den Kontakt zu den dortigen Umweltbehörden und die Zertifizierung von Fahrzeugen zuständig. Er wurde im Januar 2017 auf dem Weg in den Urlaub am Flughafen Miami festgenommen und bekannte sich im August schuldig, die US-Behörden über die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen belogen und gegen Umweltgesetze verstoßen zu haben.

Ob der Ex-Manager nach Deutschland überstellt wird, ist offen. Zunächst können nun geschädigte VW-Kunden zu seinem Gesuch Stellung nehmen. Die amerikanische Kanzlei Hausfeld, die VW-Käufer vertritt, lehnt eine Überstellung ab. Der Hintergrund: Kanzleichef Michael Hausfeld möchte Schmidt zu Aussagen bewegen, die Geschädigten helfen könnten, Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Im Mai hatte Hausfeld das Recht erhalten, Schmidt in der Haft zur Dieselaffäre zu befragen. Der Häftling hatte jedoch die Aussage auf fast jede inhaltliche Frage verweigert und sich dabei sowohl auf amerikanisches als auch auf deutsches Recht berufen. Hausfeld will dagegen Beschwerde einlegen.

Der Staranwalt argumentiert, ein Mitarbeiter in Schmidts Position könne einen Betrug dieser Tragweite und Komplexität nicht in Eigenregie begangen haben. Schmidt habe zahlreiche Gelegenheiten verstreichen lassen, gegen Vorgesetzte auszusagen. Das ermögliche es VW bis heute, an dem Märchen festzuhalten, der Dieselbetrug sei das Werk einiger Mitarbeiter weit unterhalb der Führungsebene.

Der Konzern hatte Schmidt nach dem Urteil fristlos gekündigt, in Deutschland läuft ein arbeitsgerichtliches Verfahren. Beide Parteien hatten im Februar erklärt, sich außergerichtlich einigen zu wollen.