Abgasskandal Mehr als 400.000 Dieselfahrer fordern Schadensersatz von VW

Immer mehr Besitzer eines VW-Diesels fordern im Abgasskandal Schadensersatz. Innerhalb eines Monats haben sich etwa 100.000 Besitzer in das Klageregister eingetragen.

Das VW-Logo auf einem Auto (Symbolbild)
REUTERS

Das VW-Logo auf einem Auto (Symbolbild)


Vor drei Monaten hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) stellvertretend für Dieselfahrer eine Klage gegen Volkswagen eingereicht - und immer mehr Besitzer eines VW-Diesels schließen sich ihr an: Aktuell haben sich mehr als 401.000 Autokäufer in das Register beim Bundesamt für Justiz eingetragen. Dadurch sollen die Verbraucher leichter an Schadensersatz kommen. Wann das Gerichtsverfahren beginnt, ist noch nicht klar.

Bei der Musterfeststellungsklage übernehmen die Verbraucherschützer das Prozessrisiko. VW hat ihre Forderungen zurückgewiesen: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit. Im September 2015 hatte VW jedoch Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen.

Klageregister ist weiter offen

Die hohe Zahl der Anmeldungen zeige, dass die Musterfeststellungsklage für viele Betroffene ein wichtiges Instrument sei, sagte vzbv-Vorstand Klaus Müller der Nachrichtenagentur dpa. Im Laufe des Januars haben sich 100.000 Menschen in das Register eingetragen.

Das Klageregister sei weiter offen, sagte Müller. Dieselfahrer könnten sich noch bis zur mündlichen Verhandlung anschließen. Ob der Einzelfall zur Klage gegen VW passt oder nicht, wird allerdings beim Eintrag ins Register noch nicht geprüft. Das zeige sich womöglich erst in nachgelagerten Verfahren. (Lesen Sie hier: Für wen es sich lohnt, sich der Klage anzuschließen).

Die Anwälte des vzbv wollen für den Prozess unter anderem Unterlagen und Beweismittel aus den USA heranziehen. Hier hatte Volkswagen 2017 ein Schuldeingeständnis abgegeben und Straftaten wie Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und Behinderung der Justizbehörden eingeräumt. Mit dem US-Justizministerium schloss der Konzern einen milliardenschweren Vergleich.

kko/dpa



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