Dieselaffäre Volkswagen will Schadensersatz von Bosch

Der Autozulieferer Bosch gerät in der Abgasaffäre immer stärker unter Druck. Der Großkunde Volkswagen könnte nach SPIEGEL-Informationen bis zu eine Milliarde Euro Schadensersatz verlangen.
Bosch-Logo über der Autobahn A8

Bosch-Logo über der Autobahn A8

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Der Volkswagen-Konzern prüft im Zuge der Dieselaffäre Schadensersatzansprüche gegen seinen Zulieferer Bosch. Das erfuhr der SPIEGEL aus Konzernkreisen. Der Autohersteller sieht den Zulieferer in der Mitverantwortung für entstandene Schäden. Die Forderungen an Bosch könnten sich auf bis zu eine Milliarde Euro summieren. Bosch hatte VW Steuergeräte und Software geliefert, die später als illegale Abschalteinrichtungen verwendet wurden.

Nach SPIEGEL-Informationen  hat Volkswagen bereits Ende 2018 eine Klage gegen Bosch vorbereitet, weil ansonsten eine Verjährung möglicher Ansprüche gedroht hätte. Inzwischen haben die Konzerne eine Frist bis Ende März vereinbart. Bis dahin wollen beide Unternehmen über das weitere Vorgehen entscheiden.

Bosch erklärt dazu, mit Volkswagen bestehe ein jahrzehntelanges Hersteller-Lieferanten-Verhältnis. "Wir können uns eine solche Klage gegen Bosch nicht vorstellen", so der Zulieferer. Volkswagen äußert sich nicht.

Auch seitens der Ermittlungsbehörden gerät Bosch stärker unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart im Herbst ein Bußgeldverfahren gegen Bosch eingeleitet. Die Ermittler sehen Aufsichtspflichtverletzungen bei Bosch. Dem Unternehmen droht ein Bußgeld im dreistelligen Millionenbereich.

Bosch bestätigt das Bußgeldverfahren und erklärt: "Das Verfahren steht im Kontext mit den Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Robert Bosch GmbH im Zusammenhang des Einsatzes angeblich manipulierter Software in Steuergeräten von Dieselfahrzeugen."

fdo/sh/haw
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