Abhöraffäre Weitere Durchsuchung bei Volkswagen

In der Affäre um einen mutmaßlichen Spitzel bei Volkswagen kündigt sich laut Medienberichten eine neue Wendung an. Die Staatsanwaltschaft hat sich zusätzliche Unterlagen bei dem Autokonzern besorgt.
Hauptwerk von Volkswagen in Wolfsburg

Hauptwerk von Volkswagen in Wolfsburg

Foto: imago images/MiS

Im Zuge der Ermittlungen zur VW-Abhöraffäre hat es weitere Durchsuchungen beim Autobauer in Wolfsburg gegeben. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte die Aktion in der vergangenen Woche, bei der »das Unternehmen Dokumente und Dateien übergeben« habe. Zunächst hatte das Wirtschaftsmagazin »Business Insider« über die mögliche Ausweitung der Affäre berichtet .

Bei der Abhöraktion geht es um den Mitschnitt von vertraulichem Audiomaterial aus einer VW-Arbeitsgruppe. Bevor der Konzern im März 2018 alle Verträge mit dem Zulieferer Prevent kündigte, sollen Unternehmensvertreter in der Arbeitsgruppe länger über den künftigen Umgang mit der Firma beraten haben. Ende Juli dieses Jahres wurde der mutmaßliche Maulwurf enttarnt.

Kurz darauf wurde dessen Leiche in einem ausgebrannten Auto in Rottorf (Landkreis Helmstedt) gefunden. Für die Ermittler deutet vieles auf einen Suizid hin. Abschließend geklärt ist dies aber nicht. »Noch wird ein Gutachten zu dem Fahrzeug abgewartet«, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Die Strafverfolger hatten im August zudem mitgeteilt, dass sie einem möglichen Brandanschlag auf das Haus des Mannes auf den Grund gehen.

Volkswagen bestätigte am Montag die Übergabe und Sicherstellung von Datenträgern in der Vorwoche. Dem »Business Insider«-Bericht zufolge ging es bei den Durchsuchungen vom vergangenen Dienstag um einen Verdacht gegen eine Managerin. Diese soll demnach das Aufzeichnen von vertraulichen Konzernsitzungen bei dem Hauptverdächtigen beauftragt haben. Die Staatsanwaltschaft wollte den Bericht inhaltlich nicht kommentieren, um die andauernden Ermittlungen nicht zu gefährden.

dpa/mamk
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