Abhörskandal Murdoch-Journalistin Brooks erhielt Millionenabfindung

Die Journalistin Rebekah Brooks ist offenbar mit einer Millionenzahlung aus dem Abhörskandal des Murdoch-Imperiums gegangen. Wie die "Financial Times" berichtete, erhielt sie mehr als sieben Millionen Pfund Abfindung. Derzeit wartet Brooks auf ihren Prozess.

Rebekah Brooks: Mit Millionenabfindung auf den Prozess warten
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Rebekah Brooks: Mit Millionenabfindung auf den Prozess warten


London - Im September 2013 muss sich Rebekah Brooks wegen ihrer Rolle im Abhörskandal der britischen Zeitung "News of the World" vor Gericht verantworten. Doch finanzielle Sorgen dürften die Journalistin bis dahin nicht plagen. Denn laut "Financial Times" (FT) hat die frühere Chefredakteurin aus dem Murdoch-Imperium eine Abfindung in Millionenhöhe erhalten. Brooks musste im Rahmen des Skandals zurücktreten. Sie war Chefin der britischen Zeitungen von Rupert Murdochs Medienimperium News Corp.

Die Journalistin habe im vergangenen Jahr mehr als sieben Millionen Pfund bekommen, berichtete die "FT" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Abfindung habe aus Bargeld, Pensionszahlungen, Beihilfen zu Anwaltsrechnungen und einem Auto mit Chauffeur bestanden.

Eine Sprecherin von News International wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Der Sprecher von Brooks war zunächst nicht erreichbar.

Brooks gilt als eine der Schlüsselfiguren des Skandals, der seit rund drei Jahren die britische Medienlandschaft belastet. Auch der News-Corp.-Konzern von Medienzar Rupert Murdoch und die britische Regierung gerieten dadurch schwer unter Druck.

Im kommenden Jahr kommen Brooks und Andy Coulson, der frühere Pressesprecher von Premier David Cameron, wegen der Affäre vor Gericht. Im Abhörskandal sollen Journalisten des Blattes "News of the World" während der Zeit, in der Brooks und Coulson dort als Chefredakteure tätig waren, die Telefone und Mailboxen zahlreicher Prominenter, Politiker und Soldaten abgehört und Polizisten bestochen haben. Die Zahl der Abhöropfer soll bei etwa 600 liegen.

Brooks und fünf weitere Beschuldigte, darunter Brooks' Ehemann Charlie, müssen sich zudem wegen versuchter Verschleierung von Straftaten verantworten. Die Justiz verdächtigt sie, dass sie die Aufklärung des Skandals zu verhindern versuchten, indem sie kistenweise Dokumente beiseiteschafften.

Brooks war im Jahr 2000 mit 31 Jahren Chefredakteurin des mittlerweile eingestellten Skandalblattes "News of the World" geworden, das zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehörte. 2003 wurde sie Chefredakteurin des Murdoch-Blattes "The Sun". 2009 stieg sie zur Vorstandschefin der Murdoch-Zeitungsholding News International auf.

mmq/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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guteronkel 16.10.2012
1. Brooks mit Millionen-Abfindung
Warum sitzt die Dame noch nicht im Knast? Das zeigt doch den Respekt der britischen Regierung vor der Presse. Ein Skandal.
delta120 16.10.2012
2. Nichts anderes wie Drogengelder
Wenn sie tatsächlich ihr Geld auf Grund Ihrer kriminellen Leistungen verdient hat, dann gehört Ihr Gehalt grundsätzlich eingezogen, wie man Drogengelder einzieht.
Jan Itor 16.10.2012
3.
Das wirkt ja dann doch eher so als würde es sich um Schweigegeld und Kompensation für die Bereitschaft die Hauptverantwortung auf sich zu nehmen handeln, um Murdoch´s Sohn oder sogar den alten Herrn selbst aus der Schusslinie zu nehmen.
zephyros 16.10.2012
4. Knast
Zitat von guteronkelWarum sitzt die Dame noch nicht im Knast? Das zeigt doch den Respekt der britischen Regierung vor der Presse. Ein Skandal.
wer sich über Jahre mit "lots of love" endende SMS mit dem aktuellen Premierminister schreibt, der kommt nicht so schnell in den Knast...
camembert 16.10.2012
5. skandalös
das auch Journalismus von Kriminellen unterwandert sein kann. Zum Glück gibt es sehr viele antibeispiele, die sich auch für kleine, feine Unternehmen interessieren. Das beste Beispiel was ich in letzter Zeit gehört habe ist 'Seltene Firmen, seltene Berufe am frühen Abend' (sfsb.biz oder so). Eine Wirtschaftssendung von einem Privatsender die wirklich heraussticht!
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