Pharmabranche Actavis bietet 25 Milliarden Dollar für Forest Laboratories

Die US-Pharmabranche steht womöglich vor einer großen Übernahme: Der Generika-Gigant Actavis will seinen Konkurrenten Forest Laboratories schlucken. Kaufpreis: 25 Milliarden Dollar.

Medikament von Actavis: Möglicher Mega-Merger
Heike LeKer

Medikament von Actavis: Möglicher Mega-Merger


New York - In der amerikanischen Pharmabranche bahnt sich eine Milliardenübernahme an: Actavis will den Konkurrenten Forest Laboratories für rund 25 Milliarden Dollar schlucken. Wie Actavis am Dienstag mitteilte, besteht das Angebot aus Bargeld und Aktien. Bei einem Börsenwert von 19,3 Milliarden Dollar von Forest Laboratories am vergangenen Freitag wäre das ein Aufschlag von 31 Prozent.

Actavis, der zweitgrößte Generikahersteller, würde sein Portfolio durch die Übernahme um wichtige Medikamente erweitern. Forest stellt unter anderem das Alzheimer-Präparat Namenda her. Doch auch ein Scheitern der Gespräche sei noch möglich, berichtet Bloomberg.

Maßgeblich profitieren von der Transaktion könnte auch der bekannte Finanzinvestor Carl Icahn. Der Amerikaner sitzt im Verwaltungsrat von Forest und ist der zweitgrößte Anteilseigner. Beide US-Unternehmen wollten sich in der Angelegenheit nicht äußern.

Actavis kam in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres auf einen Umsatz von rund 4,7 Milliarden Dollar. Forest Laboratories dagegen ist angeschlagen. Die Umsätze der Firma waren 2013 um fast ein Drittel auf 3,1 Milliarden Dollar eingebrochen. Unter dem Strich stand ein Verlust von gut 32 Millionen Dollar - nach einem Gewinn von 979 Millionen Euro im Jahr zuvor. Nach dem Einbruch hatte sich das Unternehmen ein Sparprogramm verordnet.

Die Konsolidierung in der Pharmabranche geht damit voran. Actavis hatte sich erst im Mai vergangenen Jahres den irischen Wettbewerber Warner Chilcott einverleibt. Dabei ist Actavis zwischenzeitlich selbst ins Visier der Konkurrenz geraten. Sowohl der kanadische Konkurrent Valeant als auch der US-Konzern Mylan sollen interessiert gewesen sein. Beide blitzten offenbar ab - angeblich wegen zu niedriger Offerten.

Die Pharmabranche ist derzeit stark in Bewegung. Viele große Konzerne suchen wegen auslaufender Patente und sinkender Margen nach neuen Geschäftsfeldern oder Partnern. Aus diesem Grund kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu milliardenschweren Übernahmen.

Actavis ist in seiner heutigen Form erst durch den Kauf des schweizerischen Generikaherstellers mit dem gleichen Namen durch den US-Konzern Watson Pharmaceuticals entstanden. In Deutschland wurde Actavis 2010 in Zusammenhang mit dem Übernahmekampf um den Ulmer Konkurrenten Ratiopharm bekannt. Nach monatelangem Ringen entschied letztendlich der Branchenriese Teva den Bieterkampf um Ratiopharm für sich.

ssu/dpa-AFX

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artis 18.02.2014
1. super
damit Arznei noch teurer wird, und wer steuert gegen ?
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