Ende des Joint-Ventures mit der Post ADAC steigt aus dem Fernbus-Markt aus

Der ADAC beendet sein kurzes Intermezzo auf dem umkämpften Fernbus-Markt. Künftig wird die Post das Unternehmen allein führen.
ADAC Postbusse in Hannover (Archivbild): Post will das Netz ausbauen

ADAC Postbusse in Hannover (Archivbild): Post will das Netz ausbauen

Foto: Christoph Schmidt/ dpa

München - Erste Gerüchte hatte es im Frühling gegeben, nun ist es offiziell: Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurück und zieht sich aus seiner Beteiligung an dem ADAC Postbus zurück. Noch im November werde das Gemeinschaftsunternehmen beendet, und die Post übernehme die Anteile des ADAC, teilte der Autoklub in München mit. Für die Kunden ändere sich nichts.

Die Deutsche Post will nach dem Ausstieg künftig das Fernbus-Geschäft allein leiten und das Netz ausbauen, wie Post-Vorstand Jürgen Gerdes in Bonn ankündigte. Der Post-Fernbus entwickele sich in einem wachsenden Markt wie geplant, und das Unternehmen sei von ihm überzeugt. "Darum werden wir das Netz im nächsten Jahr weiter ausbauen."

Über den Ausstieg des ADAC war seit Monaten spekuliert worden, auch weil sich nach dem Start des Gemeinschaftsunternehmens Ende 2013 die Einnahmen Berichten zufolge nicht so entwickelten wie erhofft. Der skandalgebeutelte Autofahrer-Club begründete den Rückzug mit seiner eigenen Neuausrichtung und dem harten Preisdruck in der Branche.

Fernbus-Markt ist heftig umkämpft

Der Wettbewerb auf dem Fernbus-Markt gilt als hart und hatte zuvor bereits andere Anbieter getroffen - auch wenn die Unternehmen durch die Bahn-Streiks der vergangenen Wochen zulegen konnten. Erst am Wochenende war bekanntgeworden, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de Insolvenz anmelden musste.

Im Oktober hatte die Frankfurter Firma City2City - hinter der allerdings der britische Branchenriese National Express stand - den Betrieb eingestellt. Als Grund hatte eine Sprecherin die niedrigen Ticketpreise genannt. City2City habe keine Möglichkeit gesehen, in Deutschland ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen. Man sei zwar das erste, aber sicher nicht das letzte Fernbus-Unternehmen, das den Betrieb einstelle.

Als Branchenführer im Markt ist das Unternehmen MeinFernbus mit einem Marktanteil von 45 Prozent, wie eine Untersuchung des Beratungsunternehmen Iges im September ergeben hatte. Danach folgt Flixbus mit 23 Prozent. Berlin Linien Bus und IC Bus, hinter denen die Deutsche Bahn steht, kommen auf einen Anteil von zwölf Prozent, ADAC Postbus auf acht Prozent. City2City kam damals auf drei Prozent, DeinBus.de lediglich auf zwei Prozent.

yes/dpa
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