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Vorwurf der Verharmlosung des München-Attentats Adidas-Kampagne mit Bella Hadid sorgt für Kritik

Model Bella Hadid bewirbt einen Schuh, der an die Olympischen Spiele 1972 erinnern soll. Nicht nur die israelische Botschaft kritisiert, dass Adidas ausgerechnet eine Palästina-Sympathisantin engagiert.
Bella Hadid auf dem Filmfestival in Cannes

Bella Hadid auf dem Filmfestival in Cannes

Foto: Sarah Meyssonnier / REUTERS

Adidas wird vorgeworfen, mit seiner neuen Werbekampagne ein Attentat zu verharmlosen. Das deutsche Unternehmen hat einen Sneaker auf den Markt gebracht, der an ein Modell von den Olympischen Spielen 1972 erinnert. Damals ermordeten Terroristen der Gruppe »Schwarzer September« elf israelische Sportler und Betreuer. Ein schreckliches Ereignis, auf das der Sportartikelhersteller mehr Rücksicht hätte nehmen müssen – zumindest, wenn es nach einigen Nutzern in den sozialen Medien geht.

Denn das Gesicht der aktuellen Kampagne ist das Model Bella Hadid. Sie hat palästinensische Wurzeln und nahm in der Vergangenheit häufiger an propalästinensischen Protesten teil. Dort fiel sie mitunter mit israelfeindlichen Parolen auf.

Die Geschichte von Adidas ist wie die vieler deutscher Firmen von Antisemitismus geprägt. Gründer Adolf Dassler war ab 1933 Mitglied in der NSDAP, während des Zweiten Weltkriegs wurden in seiner Fabrik Panzerabwehrwaffen gefertigt. In den sozialen Medien ziehen Personen Parallelen zum neuen Werbeplakat.

»Einmal eine Nazi-Firma, immer eine Nazi-Firma«, schreibt ein Nutzer auf der Plattform X. »Abscheuliche Kampagne, Schande über Sie«, kommentiert ein anderer.

Auch die israelische Botschaft in Deutschland meldete sich in dem sozialen Netzwerk zu Wort . »Sie [Hadid] und ihr Vater verbreiten häufig antisemitische Verleumdungen und Verschwörungen gegen Juden«, heißt es in dem Post. »Adidas, gibt es einen Kommentar dazu?«

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Das Unternehmen äußerte sich auf Anfrage mehrerer Medien. »Wir sind uns bewusst, dass Verbindungen zu tragischen historischen Ereignissen hergestellt wurden – auch wenn diese völlig unbeabsichtigt sind – und wir entschuldigen uns für jegliche Verärgerung oder Verzweiflung«, sagte Adidas dem Fernsehsender CNBC  und der kanadischen Zeitung »National Post «. »Infolgedessen überarbeiten wir den Rest der Kampagne.«

Wie genau diese Überarbeitung aussehen soll, ließ der Hersteller offen.

Neben Bella Hadid werben auch andere Promis für den neuen Schuh mit dem Namen »Adidas SL 72«. Darunter sind der Fußballspieler Jules Koundé, der Rapper A$AP Nast, die Musikerin Melissa Bon und das Model Sabrina Lan.

esw