Zu reich Zuckerbergs Lobby-Projekt in Washington spaltet IT-Branche

Es soll die große Lobby-Offensive des Silicon Valley werden: Bis zu 50 Millionen Dollar wollen Facebook-Boss Zuckerberg und andere IT-Größen für politische Unterstützung in Washington ausgeben. Doch Kritiker warnen, das Projekt könne ungewollte Aufmerksamkeit auf den Reichtum der Spender lenken.

Facebook-Gründer Zuckerberg: Millionen für mehr Macht
REUTERS

Facebook-Gründer Zuckerberg: Millionen für mehr Macht


San Francisco/Washington - Eine Million Dollar Aufnahmegebühr und ein angestrebtes Gesamtbudget von 50 Millionen Dollar: Die geplante Lobbyorganisation von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg könnte zu einer der wichtigsten Gruppen in Washington werden. Große Namen des Silicon Valleys haben offenbar schon zugesagt: Laut "Financial Times" ist LinkedIn Chart zeigen-Gründer Reid Hoffman ebenso dabei wie Mark Pincus von Zynga Chart zeigen.

Die Lobby-Gruppe soll sich vor allem für eine Reform der Einwanderungsbestimmungen in den USA einsetzen. Die IT-Branche ist wie kaum eine andere auf qualifizierte Migranten angewiesen. Doch eine Bürokratie mit hohen Sicherheitshürden und langen Wartezeiten macht es zunehmend schwer, solche Fachkräfte anzuwerben. Deswegen hat Zuckerberg das Projekt ins Leben gerufen und angeblich schon mal mit 20 bis 25 Millionen Dollar ausgestattet.

Was zunächst nach einer guten Idee klingt, stößt in Teilen der Branche aber offenbar auf Skepsis: Wie die "Financial Times" berichtet, zieren sich einige Tech-Firmen, der Gruppe beizutreten. Sie warnen angeblich, der extreme Reichtum einiger Unterstützer könnte negative Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zudem fürchten sie laut "FT", man könne der Initiative Arroganz und Naivität vorwerfen - wie es bei früheren Lobby-Versuchen aus dem Silicon Valley der Fall gewesen sei.

Geleitet wird die Gruppe von Joe Green - einem ehemaligen Zimmergenossen Zuckerbergs aus Studienzeiten in Harvard. In den kommenden Tagen soll das Projekt offiziell vorgestellt werden. Dann erfährt die Öffentlichkeit auch, wer tatsächlich dabei ist - und wer nicht.

stk



insgesamt 4 Beiträge
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mischpot 10.04.2013
1. Er spendet das Geld
für billige Arbeitskräfte. Nennt man das Korruption?
d.fault 10.04.2013
2. Nix mehr self-made?
"Selber machen" war früher die Parole amerikanischer Unternehmer. Schon Steve Jobs mahnte eine Reform des amerikanischen Bildungssystems an. Und Bill Gates scheint mit seiner sonst recht erfolgreichen Stiftung genau daran zu scheitern. Logische Folge: Wir importieren die Fachkräfte lieber, anstatt sie selbst auszubilden.
leser008 10.04.2013
3. Und was ist mit den Anderen ?
Das wirft ja ein bezeichnendes Licht auf die Funktionsweise der US Demokratie. Der Zuckerberg ist ja nicht doof. Der weiss genau, dass er so für seine Millionen Politik bekommt, die ihm passt und nutzt. Fraglich bleibt nur, was aus den anderen gesellschaftlichen Gruppen wird, die sich nicht gut organisieren und vor allem keine Milliönchen überhaben. Die können dann wohl verrecken.
Tolotos 10.04.2013
4.
Zitat von mischpotfür billige Arbeitskräfte. Nennt man das Korruption?
Früher ja. Heute heißt das "Marktkonforme Demokratie"! Es wird politsch nur noch der vertreten, der es sich leisten, den Preis dafür zu zahlen.
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