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Handel Ärger um Filialschließungen bei Douglas

aus DER SPIEGEL 34/2021
Müller

Müller

Foto: Melina Mörsdorf / laif

Die Parfümeriekette Douglas sieht sich neuer Kritik an ihrem Sparprogramm ausgesetzt. Anlass ist die Entscheidung des Dufthändlers, drei Filialen in Düsseldorf zu schließen, darunter das Traditionshaus an der Königsallee. Ende Januar ist dort Schluss, 32 Arbeitsplätze fallen weg. Dabei soll nur wenige Wochen später und wenige Meter entfernt ein neuer Standort entstehen. Auf 1000 Quadratmetern plant die Kette einen »Luxus-Store«. Allerdings sollen die Mitarbeiter der Schließungsfiliale offenbar nicht dorthin wechseln. Stattdessen gliedert Douglas das Luxuskonzept in eine eigene Gesellschaft aus. Auf dort geschaffene Positionen könnten sich dann alle Angestellten aus Düsseldorfer Schließungsfilialen bewerben, so Deutschlandchefin Nicole Nitschke. Sie sieht in dem Konzept ein »Leuchtturmprojekt«, das den »Weg in die Zukunft der Filialen« weise.

Arbeitnehmervertreter halten das Vorgehen indes für eine Umgehung des Kündigungsschutzes, das auch bei künftigen Filialschließungen angewandt werden könnte. Schon im vergangenen Sommer hatte Douglas mit einem ähnlichen Konstrukt für Ärger gesorgt, als in München eine prominente Filiale zugemacht wurde. Kurz darauf wurde ein paar Häuser weiter ein neuer »Megastore« als eigene GmbH eröffnet. Damals waren kaum Angestellte übernommen worden. Douglas-Chefin Tina Müller, die das Unternehmen auf einen Börsengang vorbereitet, hatte versprochen, so etwas werde es mit ihr nicht noch einmal geben.

sbo

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