Afrikanische Schweinepest Preis für Schweinefleisch fällt um 14 Prozent

Bislang wurde nur ein Wildschwein gefunden, das an der Afrikanischen Schweinepest gestorben ist. Auf dem Markt sorgt der Fall bereits für schwere Turbulenzen.
Schweinemast:

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Martin Wagner / imago images/Martin Wagner

Die deutschen Schweinepreise sind nach dem ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Brandenburg deutlich gefallen. Am Freitag sanken sie um fast 14 Prozent auf 1,27 Euro pro Kilogramm, wie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch mitteilte. Vor der Bestätigung des ersten Schweinepest-Falls in Deutschland hatte der Preis noch bei etwa 1,47 Euro pro Kilo gelegen.

"Am Markt für Schlachtschweine sorgen das ASP-Geschehen und die Folgen für die Exportmärkte für starken Preisdruck", betonte die Vereinigung. "Deutlich nach unten angepasste Preise sind die Folge." Auch die Ferkelpreise würden deutlich nachgeben.

Im brandenburgischen Spree-Neiße-Kreis südöstlich von Berlin war vor zwei Tagen ein totes Wildschwein gefunden worden. Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag mitteilte, war das Tier an der afrikanischen Schweinepest verendet. Für Menschen gilt die Tierseuche als ungefährlich. Sie trifft aber Deutschland als einen der größten Schweinefleisch-Exporteure der Welt. Südkorea verhängte ein sofortiges Importverbot, Deutschlands größter Abnehmer China könnte nachziehen.

Experten des Versicherers Münchener und Magdeburger Agrar gehen davon aus, dass noch weitere Tiere in Deutschland infiziert sind. "Wildschweine leben in Rotten", sagte Martin Stricker, der Leiter Schaden Tierversicherung des zur Allianz gehörenden Unternehmens in München. "Man kann also davon ausgehen, dass das Tier in seiner Rotte noch Weitere angesteckt hat."

Laut Agrarministerium gibt es jedoch vorerst keine weiteren Funde. Es gebe bislang auch keinen Fall, der weiter entfernt liege oder gar im Stall eines Mastbetriebs, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Das Geschehen bleibe weiterhin sehr begrenzt auf eine Region und ein Wildschwein. Mit Blick auf drohende Einschränkungen im globalen Handel mit Schweinefleisch liefen Gespräche mit Nicht-EU-Staaten. Ziel sei es, Einfuhrstopps für Lieferungen aus Deutschland nur auf Betriebe aus betroffenen Regionen zu begrenzen.

In Brandenburg sind derweil in zwei Landkreisen Krisenmaßnahmen angelaufen, um weitere Spuren zu suchen und eine Ausbreitung zu unterbinden. Das bundeseigene Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit wies die Landwirte in Deutschland darauf hin, Sicherheitsvorkehrungen in ihren Betrieben sorgfältig einzuhalten. "Dies bietet immer noch den besten Schutz vor dem Eintrag des Erregers in Nutztierbestände. Tot aufgefundene Wildschweine sollten bundesweit weiterhin sofort den Behörden gemeldet und auf die Schweinepest untersucht werden.

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Der Deutsche Jagdverband wies darauf hin, dass das Virus durch menschlichen Einfluss Sprünge von bis zu tausend Kilometern gemacht habe. Auch ein infiziertes Wurstbrot sei schon als Ausbruchsquelle identifiziert worden. "Wenn ein krankes Schwein geschlachtet wird und daraus Wurst oder Schinken gemacht wird, dann hält sich das Virus darin noch hundert Tage", sagte Verbandssprecher Torsten Reinwald. Deshalb sei es besonders wichtig, dass infizierte Tiere verbrannt würden, damit das Virus sich nicht ausbreiten könne.

apr/mik/Reuters/dpa
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