Agricultural Bank Chinas Bauernbank legt schwaches Börsendebüt hin

Die chinesische Mega-Bank ABC will an der Börse mehr als 22 Milliarden Dollar einsammeln - doch am ersten Handelstag in Shanghai legt die Aktie nur leicht zu. Ob das Institut dennoch einen Rekord bricht, stellt sich erst am Freitag heraus.

REUTERS

Shanghai - Die Erwartungen an den Börsengang der chinesischen Agricultural Bank of China (ABC) waren gigantisch - umso ernüchternder war das Ergebnis am ersten Handelstag: Am Donnerstag legt die Aktie der Bauernbank ein vergleichsweise verhaltenes Debüt in Shanghai hin. Zur Eröffnung legte das Papier um moderate 2,2 Prozent auf 2,74 Yuan zu. Die Anteilsscheine waren zu 2,68 Yuan und damit am oberen Ende der Preisspanne ausgegeben worden. Analysten hatten mit einem Kursanstieg von maximal fünf Prozent gerechnet.

Ob die Bank den größten Börsengang aller Zeiten schafft, wird sich allerdings erst am Freitag herausstellen. Dann sollen die Dividendenpapiere der in Peking ansässigen Bank erstmals in Hongkong gehandelt werden. Denn erst mit einem erhofften Volumen von insgesamt 22,2 Milliarden US-Dollar könnte die Bauernbank den Börsengang ihrer heimischen Konkurrentin, der Industrial and Commercial Bank of China, im Oktober 2006 noch übertrumpfen. Diese hatte damals 21,9 Milliarden US-Dollar eingesammelt.

Die größten Börsengänge

Unternehmen Land Jahr Volumen in Mrd. Dollar
Industrial & Commercial Bank China 2006 22,0
Visa USA 2008 19,7
NTT Japan 1998 18,1
Enel Italien 1999 16,6
Nippon Telegraph Japan 1986 13,7
Deutsche Telekom Deutschland 1996 12,5
Bank of China China 2006 11,2
Dai-ichi Japan 2010 11,2
Rosneft Russland 2006 10,7
AT&T Wireless USA 2000 10,6

Quelle: "Börsenzeitung"

Die ABC-Bank will sich mit der Doppelnotierung Mittel beschaffen, um ihre Kapitalbasis nach der Finanzkrise wieder aufzubessern. Das Geldhaus ist das letzte der vier großen chinesischen Staatsbanken, das den Sprung auf das Parkett wagt.

Der Marktwert der drittgrößten Bank der Volksrepublik liegt bei etwa 150 Milliarden Dollar. Das Geldhaus hat 350 Millionen Kunden und verfügt über Vermögenswerte in Höhe von 1,4 Billionen Dollar. Die Bank hat mehr als 23.000 Filialen und rund 441.000 Mitarbeiter. Einem Medienbericht zufolge steigerte die Bank ihren Gewinn im ersten Halbjahr um 40 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar.

yes/Reuters/apn

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