Werbegag Bundeswehr wirbt um Air-Berlin-Flugbegleiter

Lufttransportfeldwebel statt Stewardess bei Air Berlin? Die Bundeswehr umwirbt Mitarbeiter der insolventen Fluglinie mit Plakaten und Anzeigen. Ist das ein ernst gemeintes Stellenangebot - oder eine gewiefte Imagekampagne?
Bundeswehr-Kampagne

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Foto: Bundeswehr

Kurz bevor in der kommenden Woche der letzte Air-Berlin-Flug abhebt, greift die Bundeswehr das Ende der Fluglinie auf - mit einer ungewöhnlichen Werbekampagne. "Flugbegleiter? Jetzt umsteigen", steht auf einem großflächigen Plakat der Bundeswehr am Flughafen Düsseldorf - darunter ein an die roten Air-Berlin-Schokoherzen angelehntes Herz in Tarnfleck-Optik. In den kommenden Tagen soll die Kampagne auch in Berlin-Tegel, bei Facebook und in der "Bild"-Zeitung auftauchen.

Was zunächst wie ein schräger PR-Gag nach dem Muster der bissigen Kampagnen des Autoverleihers Sixt wirkt, hat für die Bundeswehr durchaus einen praktischen Hintergrund. So sucht die Truppe für die Flugbereitschaft der Bundesregierung tatsächlich rund 40 Flugbegleiter, die an Bord der Regierungsjets Speisen und Getränke ausschenken sollen. Der neu aufgestellten Werbeabteilung der Bundeswehr kam deshalb die Idee, entlassene Air-Berlin-Flugbegleiter mit einer Kampagne anzusprechen.

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Chronik in Bildern: Aufstieg, Sinkflug und Absturz von Air Berlin

Foto: AXEL SCHMIDT/ AFP

Das Umstiegsangebot ist ziemlich konkret. So können die Air-Berlin-Flugbegleiter bei der Bundeswehr die Laufbahn eines Lufttransportbegleitfeldwebels beginnen. Abseits des Flugbetriebs durchlaufen sie bei der Bundeswehr auch die Grundausbildung und das Training an der Waffe, müssen sich allerdings auch für 15 Jahre verpflichten.

Wie die Kampagne ankommt, die knapp 120.000 Euro gekostet hat, muss sich erst noch zeigen. Bisher hat die Bundeswehr durch die neuen Anzeigen des sogenannten Karriere-Centers oder die aufwendig produzierten YouTube-Serien wie "Mali" viel Aufmerksamkeit bekommen. Allerdings sollen sich noch immer deutlich weniger Bewerber für eine Laufbahn bei der Bundeswehr interessieren als benötigt werden.

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