Air-Berlin-Tochter EU-Kommission will Niki-Übernahme verbieten

Die Fluglinie Niki gilt als attraktiver Teil der pleitegegangenen Air Berlin. Die Lufthansa setzt darauf, die Tochtergesellschaft zu übernehmen. Doch nun könnte die EU-Kommission den Plan torpedieren.

Flugzeuge von Air Berlin und Eurowings
DPA

Flugzeuge von Air Berlin und Eurowings


Der wichtigsten noch aktiven Air-Berlin-Tochter Niki droht nach SPIEGEL-Informationen das Aus. Grund sind Überlegungen der Brüsseler EU-Kommission, eine Übernahme durch die Lufthansa aus Wettbewerbsgründen zu verbieten.

Air Berlin hatte im August Insolvenz angemeldet und Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Die 21 Jets der Tochtergesellschaft Niki steuern dagegen derzeit noch von Wien, München oder Düsseldorf aus Ferienziele wie die Baleareninsel Mallorca an. Da der Ticketverkauf allein nicht genug Geld abwirft, finanziert die Lufthansa vorübergehend den Betrieb - in der Hoffnung auf eine spätere Eingliederung der Maschinen bei ihrer Billigtochter Eurowings.

Ob es dazu kommt, ist nun allerdings fraglich, wie es in Wien und Brüssel heißt. Sollte die Lufthansa keine Genehmigung für die Übernahme erhalten, dürfte sie die Alimentierung von Niki schon bald einstellen. Die Jets vom Typ Airbus A321 müssten dann noch vor Weihnachten am Boden bleiben - falls sich nicht kurzfristig ein anderer Käufer findet, der die Finanzierung übernimmt und ein Zukunftskonzept für die Airline bereithält.

Ohne Retter müsste Niki Insolvenz anmelden, außerdem wären rund 800 weitere Arbeitsplätze gefährdet. Auch der vereinbarte Kaufpreis von 210 Millionen Euro würde nicht mehr fließen. Aus ihm sollte eigentlich der Kredit zurückgeführt werden, den die staatseigene KfW-Bank Air Berlin im August gewährt hatte, um den Verkehr vorerst weiter zu sichern und eine kontrollierte Abwicklung zu ermöglichen. Diese Abwicklung scheint nun hochgradig gefährdet.

Eine Sprecherin der EU-Kommission betonte auf Anfrage, die Untersuchungen dauerten an. Die Lufthansa habe noch bis morgen am späten Abend Zeit, Vorschläge zu machen, um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Behörde auszuräumen.



insgesamt 34 Beiträge
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K:F 28.11.2017
1. Gut so
LH erhöht jetzt schon die Preise über 30 Prozent. Mit der Übernahme von AB durch LH hat die Bundesregierung in das Marktgeschehen zum Nachteil der Kunden, eingegriffen. Laut Merkel muss es der Wirtschaft gutgehen. Die Kunden müssen bluten! LH bedient 100.000 bezahlte AB Tickets nicht, weil sie nach Merkels Meinung das Geld für Investitionen braucht.
anders_denker 28.11.2017
2. Anders gesagt
der Kredit aus Steuergeldern ist verloren weil die EU das so will!
laermgegner 28.11.2017
3. Wie bitte ?
LH verbrennt mit NIKI Geld ? Das muss wo anders erwirtschaftet werden ! Nach dieser Meldung gibt es für die LH nur eins - Stecker ziehen - damit die Kunden nicht erst noch losdüsen und auf Hilfe vom Staat, wenn sie unterm brennenden Tannebaum im Warmen sitzen. Mit Marktwirtschaft und Wettbewerb hat das alles nichts mehr zu tun - siehe BER, das genehmigt die EU- Behörde alles.
Flari 28.11.2017
4.
Zitat von K:FLH erhöht jetzt schon die Preise über 30 Prozent. Mit der Übernahme von AB durch LH hat die Bundesregierung in das Marktgeschehen zum Nachteil der Kunden, eingegriffen. Laut Merkel muss es der Wirtschaft gutgehen. Die Kunden müssen bluten! LH bedient 100.000 bezahlte AB Tickets nicht, weil sie nach Merkels Meinung das Geld für Investitionen braucht.
Sie haben den Sinn einer Insolvenzversteigerung scheinbar nicht verstanden. Müsste da ein Käufer in die Pflichten des Voreigentümers einsteigen, würde es so gut keine Insolvenzverfahren mehr geben, sondern die Unternehmen müssten auf Staatskosten beseitigt werden. Sie beklagen, dass die böse LH 100.000 Tickets nicht bedient, die sie nicht betreffen, beschweren sich aber gleichzeitig, dass Bundesregierung und LH abermillionen Tickets gerettet haben. Was denn nun?
felix_hauck 28.11.2017
5.
Wollte Niki Lauda selbst nicht Niki wider übernehmen, was aber nicht ging, weil das nicht ins Konzept der Lufthansa gepasst hätte? Irgendwas scheint da schiefgelaufen zu sein.
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