Ab Mitte Januar Gericht verbietet Partnerflüge von Air Berlin mit Etihad

Für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft sind Gemeinschaftsflüge mit Etihad enorm wichtig. Auf 31 Strecken sind sie nur ausnahmsweise genehmigt. Ab Mitte Januar könnte damit bald endgültig Schluss sein.
Air-Berlin-Maschine: Gemeinschaftsflüge mit Etihad teilweise verboten

Air-Berlin-Maschine: Gemeinschaftsflüge mit Etihad teilweise verboten

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

Der Streit um die Partnerflüge zwischen Air Berlin und Etihad Airways geht in die nächste Runde. Ab dem 16. Januar müssen die Fluggesellschaften ihre Codeshare-Verbindungen auf 31 Strecken einstellen. Das Verwaltungsgericht Braunschweig lehnte am Mittwoch im Eilverfahren einen Antrag der arabischen Fluggesellschaft auf Fortsetzung der Gemeinschaftsflüge ab. Etihad kündigte an, bei der nächsten Instanz Beschwerde gegen die Entscheidung einzulegen.

Air Berlin   und sein Großaktionär Etihad bieten seit 2012 die Gemeinschaftsflüge an. Für den Winterflugplan hatten die Airlines laut Verkehrsministerium insgesamt 83 Codeshare-Verbindungen angemeldet. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Flugstrecken nicht durch das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) abgedeckt seien. Die übrigen 52 Verbindungen sind von der Gerichtsentscheidung nicht betroffen.

Etihad zeigte sich "tief enttäuscht" und kündigte weitere Rechtsschritte an. "Etihad Airways steht weiterhin zu Air Berlin. Wir werden unseren Partner bei allen Schritten unterstützen", hieß es nun in einer gemeinsamen Presseerklärung. Beide Fluggesellschaften teilten mit, für die Fluggäste entstünden keine Nachteile, da alle bisher gebuchten Codeshare-Flüge wie geplant umgesetzt würden.

Das Codesharing mit Etihad ist für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft enorm wichtig. Etihad-Chef James Hogan hatte wiederholt gesagt, dass diese Flüge ein wesentlicher Grund für das Engagement in Berlin seien. "Es geht nicht um Etihad - die Vereinbarung ist elementarer Bestandteil der Sanierung von Air Berlin", sagte Hogan Ende Oktober in Abu Dhabi.

Das Verkehrsministerium hatte die Verbindungen auf den umstrittenen Routen im Herbst letztmalig bis Mitte Januar genehmigt. Zuvor hatte sich unter anderem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel für ein Fortbestehen eingesetzt. Ohne eine Genehmigung der Auftragsflüge für Etihad sei die wirtschaftliche Zukunft von Air Berlin gefährdet, warnte der SPD-Politiker in einem Brief.

Auch die Betriebsräte warnten vor dem Aus für Air Berlin, sollten die Gemeinschaftsflüge verboten werden. Die angeschlagene Fluggesellschaft hatte den jährlichen zusätzlichen Umsatz mit 140 Millionen Euro angegeben. Für den Winterflugplan hatten Passagiere beider Airlines schon 82.000 Reisen auf diesen Routen gebucht, hieß es bei den Unternehmen.

brk/dpa/Reuters