Ende von Air Berlin Hunderte Mitarbeiter werden freigestellt

Der letzte Flug von Air Berlin war Freitag, nun sind mehrere Hundert Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft freigestellt worden. Ihnen droht die Kündigung. Für einige geht es aber noch weiter.
Air-Berlin-Mitarbeiter nach der Landung der letzten Maschine am Freitag

Air-Berlin-Mitarbeiter nach der Landung der letzten Maschine am Freitag

Foto: Gregor Fischer/ picture alliance / Gregor Fischer/dpa

Dem Ende des Flugbetriebs bei Air Berlin am Freitag folgt für Hunderte Mitarbeiter der Gang zur Arbeitsagentur. Sie sollen noch im November die Kündigung erhalten, wie die Fluggesellschaft in einer internen Mitteilung ankündigte. Zum Beginn des Insolvenzverfahrens am 1. November sind sie freigestellt.

Mit den Arbeitnehmervertretern soll nun ein Sozialplan vereinbart werden. Personalchefin Martina Nieman riet den Betroffenen, sich schnellstmöglich bei der Arbeitsagentur zu melden. Sie kündigte weitere Jobmessen an.

Von den Freistellungen betroffen sind laut Nachrichtenagentur dpa Piloten und Flugbegleiter in Berlin, Düsseldorf, München, Paderborn, Leipzig und Nürnberg sowie die in Frankfurt stationierten Piloten. Auch ein großer Teil des Bodenpersonals wird nicht mehr gebraucht; diese Beschäftigten könnten in eine Transfergesellschaft wechseln, hieß es. Eine konkrete Zahl der Kündigungen nannte das Unternehmen nicht.

Der letzte Linienflug von Air Berlin endete Freitag am Berliner Flughafen Tegel. "Wir haben einen traurigen Tag voller Emotionen und Abschiedsschmerz erlebt, der uns lange im Gedächtnis bleiben wird", heißt es in dem internen Schreiben. Der größte Teil des insolventen Unternehmens soll von Lufthansa übernommen werden, weitere Teile von Easyjet sowie dem Logistikunternehmen Zeitfracht und der Wartungsfirma Nayak.

Berlin finanziert Transfergesellschaft

Air Berlin hatte zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags Mitte August rund 8000 Beschäftigte. Bis vor zwei Wochen hatten schon mehr als 600 von ihnen das Unternehmen verlassen. Mehr als 2000 Mitarbeiter der Air-Berlin-Töchter Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW), Niki, Leisure Cargo und Air-Berlin-Technik werden von den Käufern direkt übernommen.

Weitere 2300 Stellen sind bei den Air-Berlin-Käufern ausgeschrieben. Andere fliegen noch für Lufthansa, die vor einem Jahr bis zu 38 Maschinen samt Personal von Air Berlin geleast hat. Mehr als 1000 Mitarbeiter werden dafür voraussichtlich bis Ende Januar benötigt. (Lesen Sie hier den Überblick: So geht's weiter für Air Berlin.)

Gut 1700 Mitarbeiter können in Transfergesellschaften wechseln, die sie bis Ende April auf neue Stellen vermitteln sollen. Dort werden sie vorübergehend freiwillig angestellt, teils weiterqualifiziert. Sie bekommen weniger Geld als zuvor, müssen sich aber nicht arbeitslos melden und gewinnen Zeit für die Stellensuche.

In die Transfergesellschaften sollen 1200 Beschäftigte aus der Verwaltung übergehen, für die Air Berlin und der Senat gemeinsam eine Transfergesellschaft finanzieren. Air Berlin hatte mitgeteilt, bis zu 3,8 Millionen Euro zu zahlen und das Land um 11,5 Millionen Euro gebeten.

Berlin bekräftige nun seine Zusage zu einer für sechs Monate ausgelegten Transfergesellschaft für die Verwaltungsangestellten. "Das Land Berlin wird einen Zuschuss von bis zu 11,5 Millionen Euro dazugeben", sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Arbeit. Dem Unternehmen sei ein entsprechendes Angebot gemacht worden. "Die Summe steht ab sofort bereit."

apr/dpa
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