Kriselnde Airline Weniger Passagiere fliegen mit Air Berlin

Neun Jahre mit Verlust, immer neue Rettungsmanöver: Das Vertrauen in die Fluglinie Air Berlin ist erschüttert. 2016 stiegen so wenige Passagiere in die Maschinen der Airline wie seit Jahren nicht.

Flugzeug von Air Berlin
DPA

Flugzeug von Air Berlin


Die um ihre Existenz kämpfende Fluggesellschaft Air Berlin gewinnt weniger Passagiere, die mit der Airline fliegen wollen. 2016 flogen so wenige Fluggäste wie seit sieben Jahren nicht mit den Fliegern von Air Berlin. 28,9 Millionen Tickets wurden verkauft, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die zweitgrößte deutsche Airline mitteilte.

Das Management hatte auch das Angebot an rot-weißen Fliegern bereits zurückgefahren. Dadurch konnte das Unternehmen seine Auslastung stabil halten.

Air Berlin schreibt seit neun Jahren nahezu durchgehend Verluste. Eines der Hauptprobleme war und ist, dass Langzeit-Chef und Gründer Joachim Hunold die Firma nach Anfangserfolgen im Tourismusverkehr zum Lufthansa-Rivalen aufbauen wollte. Air Berlin kaufte in einer schnellen Expansion DBA und LTU, die aber kaum integriert wurden. Experten zufolge befand sich die Fluggesellschaft in zu vielen Geschäftsfeldern gleichzeitig.

Auch mit Hilfe der arabischen Etihad, die knapp 30 Prozent der Anteile hält und dem Unternehmen weit mehr als eine Milliarde Euro zuschoss, kamen die Berliner nicht aus der Krise. Etihad steht mittlerweile vor dem Rückzug.

Air Berlin hatte im Herbst die Aufspaltung angekündigt. Im Dezember war Stefan Pichler, vierter Vorstandschef innerhalb von fünf Jahren, zurückgetreten. Einen Passagierrekord hatte Air Berlin zuletzt 2011 mit 35,3 Millionen Menschen vermeldet - jedoch bei deutlich geringerer Auslastung. 2016 waren die Maschinen der Linie zu 84,3 Prozent ausgelastet - 0,1 Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.

Eine zentrale Rolle bei den Zerschlagungsplänen für Air Berlin fällt der Lufthansa zu. 38 Airbus-Mittelstreckenjets von Air Berlin sollen für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines abheben. Zudem wollen Lufthansa und Air Berlins arabische Großaktionärin Etihad eigene Flüge unter der Flugnummer ihrer Partnerin vermarkten. Zudem will sich Air Berlin von ihrem Touristik-Geschäft samt der österreichischen Tochter Niki trennen.

kig/Reuters/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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moby_HH 05.01.2017
1. Mieser Kundenservice
Air Berlin hat massiv versucht, sich auf Kosten der Kunden zu sanieren. Ich selbst wurde einmal Freitag abend um 21 Uhr in MUC stehen gelassen, bei der Geltendmachung der Passagierrechte (Schadensersatz) hat Air Berlin dann alle Verschleppungstaktiken genutzt, um nur nicht zu zahlen (wie auch aus div. TV-Berichten bekannt. Seitdem meide ich AB wie die Pest! Bemerkenswert ist übrigens auch, dass beinahe alle Unternehmen, bei denen Mehdorn als vermeintlicher "Retter" an Bord kam, nach seinem Weggang am Boden lagen - und das liegt sicher nciht daran, dass NACH Mehdorn überall nur unfähige gesessen hätten! Wahrscheinlicher ist, dass Mehdorns Sanierungsvorgehen alle Unternehmen an den Rand des Ruins gebracht haben - oder eben darüber hinaus.
Spiegelwahr 05.01.2017
2. Wie hoch ist die Auslastung
Da Air Berlin seine Flugzeugflotte und seine Flugplan verkleinert hat, ist es erstmal normal, dass weniger Passagiere mit der Air Berlin mitfliegen. Da ist die Information, dass weniger Ticket verkauft wurden ohne den Hinweis auf die Auslastung der Flugzeuge eine Nullinformation. Wichtig wären Informationen, wie sich die Kosten und Einnahme zueinander verändert hat.
zeisig 05.01.2017
3. Nach welchen Kriterien sucht man sich seinen Flug aus?
Dieser Rückgang kann doch auch andere Gründe haben, bestimmt nicht mangelndes Vertrauen in die Fluggesellschaft! Wenn ich eine Reise zu einen bestimmten Ziel plane, dann zählen drei Dinge: Der Abflughafen muß natürlich der Nächste zu meinem Wohnort sein. Die Abflugzeit muß mir passen. Und der Preis spielt im Vergleich natürlich auch eine Rolle. Nach diesen Kriterien wähle ich meinen Flug. Ob das nun Air Berlin ist oder Eurowings oder eine andere Gesellschaft, das ist mir doch egal.
wll 05.01.2017
4. .
Zitat von moby_HHAir Berlin hat massiv versucht, sich auf Kosten der Kunden zu sanieren. Ich selbst wurde einmal Freitag abend um 21 Uhr in MUC stehen gelassen, bei der Geltendmachung der Passagierrechte (Schadensersatz) hat Air Berlin dann alle Verschleppungstaktiken genutzt, um nur nicht zu zahlen (wie auch aus div. TV-Berichten bekannt. Seitdem meide ich AB wie die Pest! Bemerkenswert ist übrigens auch, dass beinahe alle Unternehmen, bei denen Mehdorn als vermeintlicher "Retter" an Bord kam, nach seinem Weggang am Boden lagen - und das liegt sicher nciht daran, dass NACH Mehdorn überall nur unfähige gesessen hätten! Wahrscheinlicher ist, dass Mehdorns Sanierungsvorgehen alle Unternehmen an den Rand des Ruins gebracht haben - oder eben darüber hinaus.
Wenn es Sie beruhigt, das macht beileibe nicht nur Air Berlin so. Mit der Lufthansa "durfte" ich mich diesbezüglich schon herumärgern, und von meinem letzten Urlaub ist noch ein Rechtsstreit mit TuiFly anhängig. Und das, obwohl in allen Fällen die Sachlage eindeutig war - die Rechtslage ist es dank der einschlägigen EU-Verordnung ja ohnehin. Spätestens seit es Internetportale gibt, die gegen Provision die Rechtsstreitigkeiten mit den Fluggesellschaften übernehmen, ist deren "Wagenburgtaktik" ohnehin zum Scheitern verurteilt, da die Abschreckungsgründe gegen die Durchsetzung der eigenen Rechte (Prozessrisiko, Mühe und Ärger der Auseinandersetzung etc.) dadurch schlicht weggefallen sind. Und nicht zuletzt vergrault man damit auch noch jede Menge Kunden...
Weltfinanzexperte 05.01.2017
5. Mieser Kundenservice? Welcher Kundenservice?
Zitat von moby_HHAir Berlin hat massiv versucht, sich auf Kosten der Kunden zu sanieren. Ich selbst wurde einmal Freitag abend um 21 Uhr in MUC stehen gelassen, bei der Geltendmachung der Passagierrechte (Schadensersatz) hat Air Berlin dann alle Verschleppungstaktiken genutzt, um nur nicht zu zahlen (wie auch aus div. TV-Berichten bekannt. Seitdem meide ich AB wie die Pest! Bemerkenswert ist übrigens auch, dass beinahe alle Unternehmen, bei denen Mehdorn als vermeintlicher "Retter" an Bord kam, nach seinem Weggang am Boden lagen - und das liegt sicher nciht daran, dass NACH Mehdorn überall nur unfähige gesessen hätten! Wahrscheinlicher ist, dass Mehdorns Sanierungsvorgehen alle Unternehmen an den Rand des Ruins gebracht haben - oder eben darüber hinaus.
Es ist einfach eine Qual mit Airberlin fliegen zu müssen. Es gibt einfach gar keinen Service. Selbst die TXL-Buslinie in Berlin zu Ferienbeginn ist schöner, als das was Airberlin zwischen Check-In und Gepäckrückgabe veranstaltet.
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