Angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin will noch mehr sparen

Auf "Shape & Size" folgt "Turbine 2013". Air Berlin will mit einem weiteren Sparpaket aus den roten Zahlen kommen. Dessen Höhe lässt das Unternehmen allerdings vorerst offen.
Flugzeug von Air Berlin: Noch immer im Minus

Flugzeug von Air Berlin: Noch immer im Minus

Foto: dapd

Berlin - Hartmut Mehdorn ist als Sanierer zu Air Berlin gekommen, das machte der Unternehmenschef gleich an seinem ersten Arbeitstag vor rund einem Jahr klar. Allein mit dem Sparprogramm "Shape & Size" soll die Fluglinie ihre Kosten bis Ende 2012 um 230 Millionen Euro drücken.

Doch dabei bleibt es nicht. Auf "Shape & Size" setzt Mehdorn nun noch "Turbine 13" drauf, um wie geplant im kommenden Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Die seit Jahren defizitäre Fluggesellschaft verkündete am Donnerstag das zusätzliche Sparprojekt - ohne allerdings die Höhe der angestrebten Einsparungen oder mögliche Stellenstreichungen zu benennen.

"Das Programm wird die Strukturen und Prozesse des Unternehmens auf den Prüfstand stellen mit dem Ziel, sie zu optimieren und signifikant Kosten zu reduzieren", hieß es lediglich. Air Berlin   reagiere damit auf die trüben Wirtschaftsaussichten sowie die Belastungen durch die hohen Spritpreise und die Ticketsteuer.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitierte einen Manager der Fluglinie mit der Aussage, dass mit dem neuen Programm die Kosten um einen dreistelligen Millionen-Betrag sinken sollen. Ein Air-Berlin-Sprecher wollte sich zu dieser Angabe nicht äußern. Er verwies aber darauf, dass allein die Ticketsteuer mit 175 Millionen Euro im Jahr zu Buche schlage.

Im ersten Quartal 2012 hatte sich der operative Verlust vor Zinsen und Steuern von Air Berlin immerhin um neun Prozent auf 29 Millionen Euro verringert. Trotzdem landete das Unternehmen wieder in den roten Zahlen. Das Minus wuchs um 51 Prozent auf 66 Millionen Euro. Die Zahlen für das dritte Quartal werden im November erwartet.

Sorgen bereitet der Airline derzeit, dass sie in Berlin wegen der Probleme rund um den neuen Hauptstadt-Flughafen weiter auf den alten Flughafen Tegel angewiesen ist, der aus allen Nähten platzt. Hoffnungen setzt das Unternehmen weiter auf die Allianz mit dem arabischen Großaktionär Etihad und die vor kurzem angekündigte Partnerschaft mit Lufthansa  -Konkurrent Air France-KLM  . Etihad hält knapp 30 Prozent an Air Berlin und hatte die Fluglinie mit einem Großkredit vor dem Kollaps bewahrt.

dab/Reuters/AFP

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