Air Berlin Mehdorn will mindestens 18 Monate bleiben

Er ist wohl doch mehr als eine Zwischenlösung: Der ehemalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn plant, mindestens eineinhalb Jahre bei Air Berlin zu bleiben. Am bisherigen Geschäftsmodell will er festhalten. Die Belegschaft fürchtet dennoch Personalabbau.

Hartmut Mehdorn: Der Ex-Bahn-Chef will am Grundkonzept von Air Berlin festhalten
dapd

Hartmut Mehdorn: Der Ex-Bahn-Chef will am Grundkonzept von Air Berlin festhalten


Berlin - Hartmut Mehdorn will länger Chef von Air Berlin bleiben als zunächst vermutet: "Ich gehe davon aus, dass wir eine geraume Weile zusammenarbeiten werden", sagte der ehemalige Bahn-Chef laut Vorabbericht des "Tagesspiegel" in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter des Konzerns. "Das werden nicht nur drei Tage oder drei Monate sein, es werden sicher eineinhalb Jahre oder gegebenenfalls auch mehr", fügte Mehdorn hinzu. Dies hänge jedoch auch vom Erfolg bei der Suche nach einem endgültigen Nachfolger ab.

Am Grundkonzept von Air Berlin, sowohl Geschäftsreisende als auch preisbewusste Urlauber zu bedienen, will Mehdorn offenbar trotz der roten Zahlen der Fluggesellschaft festhalten. Er habe bisher nichts erkennen können, was die Airline vom bisherigen Geschäftsmodell abbringen sollte, sagte Mehdorn der Zeitung zufolge in der Videobotschaft. "Ich glaube, wir sind gut aufgestellt."

Ein Brief Mehdorns an seine Mitarbeiter verunsicherte die Belegschaft aus Sicht der Gewerkschaft Verdi. Mehdorn hatte an seinem ersten Arbeitstag geschrieben, dass beim Umbau der Fluggesellschaft vielleicht auch Personal abgebaut werden müsse, wie die "Financial Times Deutschland" berichtete.

Eine Woche vor seinem Start als Air-Berlin-Chef hatte Mehdorn für mehr als 300.000 Euro Aktien der angeschlagenen Airline gekauft - als Zeichen seines Vertrauens in die Fluglinie.

Firmengründer Joachim Hunold war kürzlich überraschend zurückgetreten und hatte Mehdorn als vorübergehenden Nachfolger präsentiert. Hunold hatte Air Berlin zur zweigrößten Fluglinie aufgebaut, bei seiner Expansion aber zusehends den Fokus verloren und zuletzt nach wachsenden Verlusten ein Sparprogramm aufgelegt.

kra/AFP/Reuters/dpa



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Seite 1
janne2109 02.09.2011
1. Zeichen
Eine Woche vor seinem Start als Air-Berlin-Chef hatte Mehdorn für mehr als 300.000 Euro Aktien der angeschlagenen Airline gekauft - als Zeichen seines Vertrauens in die Fluglinie. das ist doch kein Zeichen des Vertrauens in Air Berlin sondern in seine eigenen Fähigkeiten. Er wird dann Ding schon gesund (?) schrumpfen.
o.b.server 02.09.2011
2. ...
Länger wird der "Manager" des Jahrhunderts auch nicht brauchen, um Air Berlin endgültig vor die Wand zu fliegen. Als Bahnchef hat er mal von sich gegeben, dass er bei Reisen, die mit der Bahn länger als 3 Stunden dauern würden, er lieber das Flugzeuge nehme.
Growling Mad Scientist 02.09.2011
3. klingt irgendwie
Zitat von sysopEr ist wohl doch mehr als*eine Zwischenlösung: Der ehemalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn*plant, mindestens eineinhalb Jahre bei Air Berlin zu bleiben. Am bisherigen Geschäftsmodell will er festhalten. Die Belegschaft fürchtet dennoch Personalabbau. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,784148,00.html
Klingt irgendwie als wenn sich der Mann in der VIP-Launch, auf der Flucht vor der Deutschen Bahn verlaufen hat.
mitwisser, 02.09.2011
4. aua
Man stelle sich einmal vor, der Bewerber erzählt dem Personaler, er wolle mindestens 18 Monate bleiben... Ob der wohl eingestellt wird? Der Hartmut ist schon ein ganzer Lustiger. Wenn er wenigstens ein Unternehmer wie Hunold wäre... Ich würde meine AB-Aktien verkaufen, wenn ich welche hätte. Weltwirtschaftskrise voraus und ein unkreativer Manager an Bord , dazu noch branchenfremd - das wird nix. Aber unsere Elite kann halt alles.
karteileiche007 02.09.2011
5. Das macht doch Lust aufs Fliegen
Grossartig - der Typ, der bei der Bahn zu verantworten hat, dass Züge monatelang nicht gewartet wurden und damit Fahrgäste leichtfertig in Gefahr gebracht hat - dieser Mensch ist jetzt Chef einer Fluggesellschaft? Na dann guten Flug!
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